Mehr als die Hälfte der Bewohner belagerter Gebiete in Syrien ist noch immer von Lebensmittelhilfe abgeschnitten. Dies geht aus einem Bericht zur Lage im April hervor, der am Mittwoch dem UN-Sicherheitsrat übermittelt wurde. Es müsse mehr getan werden, um den 13,5 Millionen hilfsbedürftigen Menschen in dem Bürgerkriegsland zu helfen.

Dem Report zufolge konnten im April über 200.000 Bewohner belagerter syrischer Gebiete – oder 41,9 Prozent – mit Nahrungsmitteln erreicht werden. Das sind fast doppelt so viele wie die 21 Prozent im März. Zwar sei dies positiv, doch fiele der Gesamtfortschritt dürftig und schwach aus, hieß es in dem Bericht.

Zudem hätten Tötungen von Zivilisten und Menschenrechtsverstöße nach einer Phase relativer Ruhe im April wieder stark zugenommen. Dies habe die effektive Bereitstellung humanitärer Hilfe in etlichen Provinzen sowie den Zugang der Menschen zu grundlegenden Diensten behindert. Krankenhäuser, Märkte und Schulen seien verwüstet worden.

Russland arbeitet enger mit Westen zusammen als gedacht

Von 35 Hilfskonvois, die im laufenden Monat in schwer zugänglichen Regionen 904.750 Menschen erreichen sollten, habe die syrische Regierung bis zum 4. Mai nur 14 grünes Licht gegeben und acht weitere unter Vorbehalt gebilligt. Geplante Lieferungen an 375.000 Menschen in 13 anderen Orten seien nicht abgesegnet worden, hieß es weiter.

Russland arbeitet mit den westlichen Staaten bei der humanitären Hilfe für die syrische Bevölkerung dabei intensiver zusammen als bisher bekannt. "Die Aufnahme der technisch anspruchsvollen Flüge, bei denen Hilfsgüter aus 6.000 Metern Höhe mit Spezialfallschirmen abgeworfen werden, ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Russland und den westlichen Staaten", zitiert die Rheinische Post (Donnerstag) aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken.