Im US-Bundesstaat New Mexico sind Proteste gegen den Wahlkampfbesuch des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump in Gewalt umgeschlagen. Demonstranten warfen am Dienstagabend (Ortszeit) brennende T-Shirts, Plastikflaschen und andere Gegenstände auf Polizisten. Die Polizei setzte Pfefferspray gegen die Menge vor dem Kongresszentrum der Großstadt Albuquerque ein. Zuvor hatte Trump als einziger verbleibender republikanischer Kandidat die Vorwahl in Washington gewonnen.

Bereits während der Wahlkampfveranstaltung in Albuquerque war Trump mehrmals unterbrochen worden. Einige Menschen hatten Banner hochgehalten, auf denen Aufschriften wie "Trump ist ein Faschist" oder "Wir haben genug gehört" zu sehen waren. Eine weibliche Demonstrantin war aus den Zuschauerrängen gezogen worden. Das Zentrum war ansonsten gefüllt mit Tausenden jubelnden Trump-Anhängern.

Außerhalb des Saals eskalierten die Proteste. Demonstranten zündeten Feuer an und zerstörten eine Glastür zum Kongresszentrum, in dem Trump seine Veranstaltung abhielt. Einige Autos fuhren aus Protest mit quietschenden und durchdrehenden Reifen durch die Gegend.

Polizisten versuchten, die Menge zu zerstreuen, und gingen beritten gegen die Menschen vor. Die Polizei von Albuquerque schrieb auf Twitter, die Demonstranten seien nur auf Gewalt aus. Außerdem schrieb sie, dass die Polizisten kein Tränengas verwendeten. Videos und Fotos von den Ausschreitungen zeigen aber Gegenteiliges. Laut dem britischen Guardian verhaftete die Polizei mindestens einen Protestanten.

Am Dienstag war Trump zum ersten Mal während seines Wahlkampfes nach New Mexico gekommen. Dabei handelt es sich um den US-Staat mit dem größten hispanischen Bevölkerungsanteil. Mit seinen Äußerungen über Mexikaner und seinen Plänen, eine Mauer an der US-mexikanischen Grenze zu errichten, hatte der Immobilienunternehmer deutliche Kritik auf sich gezogen. Immer wieder kommt es auf seinen Wahlkampfveranstaltungen zu Ausschreitungen und Festnahmen.

Mit dem Sieg bei der Vorwahl in Washington kommt Trump den 1.237 benötigten Delegiertenstimmen immer näher. Bei der nächsten Vorwahl in Kalifornien am 7. Juni wird Trump die Nominierung rechnerisch nicht mehr zu nehmen sein. Die Republikanische Partei tut sich mit dem umstrittenen Trump als Präsidentschaftsbewerber schwer, nähert sich ihm aber langsam an.


So gab es zwischen Trump und dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, ein erstes Treffen, das beide Seiten als positiv einstuften. Trump gilt als Anti-Establishment-Kandidat, sodass sich viele Konservative von ihm abwenden, darunter die Bushs, die nicht einmal zum Nominierungsparteitag im Juli erscheinen wollen. Andere Fraktionen der Konservativen setzen auf eine Annäherung mit Trump und argumentieren, wichtig sei allein der Sieg über die Demokraten im November.