Der Republikaner Donald Trump hat die nötige Zahl an Delegierten für die Präsidentschaftskandidatur zusammen. Der Immobilienmilliardär bestätigte das Erreichen der Marke und sagte, er fühle sich "geehrt". Mehrere US-Medien hatten zuvor berichtet, dass er die absolute Mehrheit von mindestens 1.237 Delegiertenstimmen erreicht habe.

Bei einer Pressekonferenz im Bundesstaat North Dakota war Trump von 15 Delegierten umgeben, die ihm zuletzt seine Unterstützung zugesagt hatten. Dabei handelte es sich um "ungebundene" Delegierte. Diese Gruppe von Delegierten ist beim Parteitag im Juli nicht an den Ausgang der Vorwahlen in ihrem jeweiligen Staat gebunden, sondern kann frei über den Kandidaten entscheiden.

Faktisch stand seine Kandidatur schon seit Anfang Mai fest, nachdem seine letzten beiden parteiinternen Rivalen aus dem Rennen ausgestiegen waren. Das von ihm nun erreichte Quorum ist insofern lediglich eine zusätzliche Bestätigung, dass ihm die Kandidatur sicher ist. 

Die gewachsene Zustimmung aus den Reihen der Ungebundenen trug den Immobilienmilliardär nun schon vor den nächsten anstehenden Vorwahlen über die Schwelle für seine Nominierung. "Die Leute hinter mir haben uns über die Hürde gehoben", sagte Trump unter Verweis auf die ungebundenen Delegierten, die ihn bei dem Auftritt in der Stadt Bismarck umringten.

Unter ihnen waren mehrere frühere Unterstützer des Senators Ted Cruz, der ebenso wie der Gouverneur von Ohio, John Kasich, zu Beginn des Monats die Kandidatur aufgegeben hatten. Auch die Vorsitzende der Republikaner in Oklahoma, Pam Pollard unterstützt den Rechtspopulisten. "Aus meiner Sicht hat er einen Teil unserer Wählerschaft erreicht, die nicht gut findet, wo das Land steht", sagte Pollard. "Ich habe kein Problem damit, Herrn Trump zu unterstützen." In den Vorwahlen der Republikaner, die noch bis zum 7. Juni dauern, hatte Trump seither keine Konkurrenten mehr. 

Keine Delegiertenzahlen

Die 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt-District-of-Columbia (Washington DC) und fünf US-Außengebiete bestimmen jeweils selbst, ob die in ihrem Vorwahlprozess bestimmten Delegierten an das Wahlergebnis gebunden sind oder nicht. Deshalb wird darüber spekuliert, dass Teile der Partei, die Trump skeptisch gegenüberstehen, eine Revolte auf dem entscheidenden Parteitag im Juli in Cleveland anzetteln könnten und am Ende doch noch einen anderen Kandidaten durchsetzen. Dies gilt inzwischen als höchst unwahrscheinlich.

Nach Angaben des Fernsehsenders CNN hat Trump inzwischen genau 1.237 Delegierte zusammen, die Nachrichtenagentur AP sah ihn bei 1.238, der Sender ABC News bei 1.239. Weder Republikaner noch Demokraten veröffentlichen im Vorfeld der Parteitage eigene Angaben zur Verteilung der Delegiertenzahlen. Die US-Medien erstellen dazu ihre eigenen Zählungen.

Bei den Demokraten gilt es als sicher, dass die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton für die Präsidentschaftswahl im November aufgestellt wird. Sie steht kurz davor, sich die absolute Mehrheit der Parteitagsdelegierten der Demokraten zu sichern, muss sich aber in den verbleibenden Vorwahlen voraussichtlich weiterhin mit ihrem parteiinternen Konkurrenten Bernie Sanders auseinandersetzen. Trump lag in einer Umfrage zuletzt fast gleichauf mit Clinton.