Donald Trump hat sich so ziemlich jeder Regel widersetzt, die normalerweise über den Erfolg eines Wahlkampfs in den USA entscheidet. Vielleicht hat er gerade deshalb inzwischen alle Mitbewerber auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ausgeschaltet. Aber wird das nach der wohl nicht mehr abzuwendenden Nominierung auf dem Parteitag im Juli auch gegen seine absehbare Gegnerin Hillary Clinton bei den Demokraten reichen?

"Trumps Stil wird sich ändern." Diese Ankündigung stammt von Paul Manafort. Wer den Film Pulp Fiction kennt, muss sich Harvey Keitel in der Rolle des Winston Wolfe vorstellen: eine Art Aufräumer, der gerufen wird, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Seine Firma Black, Manafort, Stone & Kelly betreute Mitte der achtziger Jahre Mandanten wie den philippinischen Diktator Ferdinand Marcos. 2010 verpasste sie Viktor Janukowitsch in der Ukraine ein neues Image und sicherte ihm eine erfolgreiche Präsidentschaftswahl. Ähnlich soll es nun auch für Trump laufen.

Manafort, dauergebräunt, geföhntes, pechschwarzes Haar, ist der politische Strippenzieher im Hintergrund. Nach der chaotischen, improvisierten Phase der Vorwahlen hat Trump den 69 Jahre alten Ausputzer erst vor ein paar Wochen angeheuert, damit er die Kampagne für die eigentliche Präsidentschaftswahl Anfang November fit macht. Um gegen die bereits gut geölte Wahlkampfmaschine von Hillary Clinton bestehen zu können, muss Trump jetzt einfach ein paar Dinge erledigen:

1. Umfragewerte verbessern

Die langsam beginnende Stil-Änderung macht sich noch nicht allzu sehr bemerkbar. In einer aktuellen Umfrage auf nationaler Ebene liegt Trump zwar mit Clinton gleichauf, aber 58 Prozent der Befragten sehen seine Kandidatur negativ. Besonders Frauen bleiben skeptisch: Sieben von zehn Befragten gaben ihm im April eine negative Bewertung. "Mit derart schlechten Umfragewerten unter Wählerinnen wird Trump es schwer haben, bei der Wahl im November zu bestehen", sagt Jon McHenry vom Umfrageinstitut North Star Opinion Research.

2. Rhetorik verändern

Die miserablen Umfragewerte hängen eng mit Trumps ungehobelter Rhetorik zusammen. "Die meisten Politiker, die auch nur ein Viertel der Sprüche gerissen hätten, die Trump gebracht hat, wären jetzt schon weg vom Fenster", sagt McHenry. Trump muss einen Weg finden, sein Macho-Image abzulegen und weibliche Wähler davon zu überzeugen, dass er es ernst mit ihnen meint."

"Ich glaube nicht, dass jemand aus seinem Team, wie Sarah Palin, das für ihn übernehmen sollte", so McHenry weiter. "Das sollte von Trump selbst kommen. Sonst wirkt es nicht glaubwürdig. Allerdings würde ich nicht die Luft anhalten, bis er sich jemals bei den Frauen entschuldigt, die er bislang so beleidigt hat."

Vielleicht bleibt ihm noch eine andere Taktik: "Ich glaube, dass Trump da nicht mehr viel ausrichten kann", sagt Doug Heye, ehemaliger Parteitagssprecher der Republikaner und heutiger Parteistratege. "Er kann eigentlich nur noch die Leute davon überzeugen, dass diese Charakterzüge weniger wichtig sind als bestimmte Themen wie die Wirtschaft und nationale Sicherheit. Wenn die Wähler ihm das abkaufen, sehen sie über seine Fehler hinweg."

3. Partei überzeugen

Wenn Trump dann doch damit fertig sein sollte, sich bei Frauen, Mexikanern, Muslimen und vielen anderen Gruppen zu entschuldigen, muss er immer noch die eigene Partei von sich überzeugen. Ein Großteil der Republikaner in Washington ist weiterhin nicht angetan von der Aussicht, dass Trump ihr Kandidat wird. Auch weil das Versprechen, sich präsidialer zu geben und weniger auf Haudraufrhetorik zu setzen, noch ein sehr loses Versprechen ist.