Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat ihrem wahrscheinlichen republikanischen Gegner Donald Trump die Eignung für das Weiße Haus abgesprochen. Trumps Befähigung im Umgang mit komplexen Herausforderungen der Außenpolitik sei fragwürdig, sagte Clinton am Donnerstag in einem Interview des TV-Senders CNN. Zudem beklagte sie "unverantwortliche, rücksichtslose und gefährliche Äußerungen" des Immobilienmagnats.

Trump habe kürzlich Großbritannien kritisiert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gelobt und die Mitgliedschaft der USA in der Nato infrage gestellt. Sie hingegen wisse, "wie hart dieser Job" sei, sagte sie mit Blick auf das höchste Staatsamt. Daher sei sie zu dem "Schluss gekommen, dass er nicht dazu qualifiziert ist, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein".

Clinton zeigte sich überzeugt, dass sie sich im Rennen um die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten gegen ihren Rivalen Bernie Sanders durchsetzen werde. Sie werde die Kandidatin sein, erklärte sie. "Das ist praktisch schon durch. Es gibt keine Möglichkeit, dass ich es nicht werde." Sie rief ihren Rivalen dazu auf, seine Kräfte nun gegen den mutmaßlichen republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump zu richten.

Trump reagierte noch am selben Tag. Clinton "habe schlechtes Urteilsvermögen und sei ungeeignet, in dieser heiklen und schwierigen Zeit in der Geschichte unseres Landes als Präsidentin zu dienen", hieß es auf seiner Website.

Unterdessen beförderte er einen umstrittenen Helfer. Paul Manafort werde künftig die Oberaufsicht über Trumps Wahlkampf führen und die Strategien entwerfen, berichtete der US-Sender ABC am Donnerstag. Corey Lewandowski, der wegen Handgreiflichkeiten gegen eine Reporterin in die Schlagzeilen geraten war, bleibe Leiter des Wahlkampfteams.

Manafort arbeitete nicht nur für die republikanischen US-Präsidenten Gerald Ford, Ronald Reagan und George Bush, seine Lobbying-Firma soll auch für Diktatoren auf mehreren Kontinenten aktiv gewesen sein. Unter anderem sollen den Berichten von US-Medien und Menschenrechtsorganisationen zufolge der frühere philippinische Machthaber Ferdinand Marcos, der ukrainische Ex-Präsident Viktor Janukowitsch und der somalische Diktator Siad Barre zu den Auftraggebern gehört haben.