Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat für den Fall seiner Wahl eine Kehrtwende in der amerikanischen Energiepolitik angekündigt. In einer Rede auf einer Ölkonferenz im Bundesstaat North Dakota nannte er als Kernpunkte einen Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen, eine Lockerung der Umweltvorschriften und eine Rückbesinnung auf fossile Brennstoffe. "Wir werden die Kohle retten", erklärte Trump in der Stadt Bismarck. Als Teil seines Energieplans unter dem Motto "America First" ("Amerika zuerst") werde eine US-Vorherrschaft bei der Energieversorgung zu einem außenpolitischen und strategischen Ziel erklärt. Gleichzeitig werde er jedoch "rationale Sorgen" um die Umwelt gebührend berücksichtigen, so der Milliardär.

Trump warf in der Rede auf der Williston Basin Petroleum Conference Präsident Barack Obama und der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton vor, sich den Chancen des Rohstoffreichtums der USA zu verweigern und die Gelegenheit zur Schaffung von Arbeitsplätzen nicht zu nutzen. Zudem kündigte er eine erneute Prüfung der umstrittenen Keystone-XL-Pipeline an, die von Kanada in die USA führen soll. Obama hatte das Projekt wegen Umweltschutzbedenken gekippt. "Ich will, dass es gebaut wird, aber ich will einen Teil des Profits", sagte Trump. Die Einkünfte aus der amerikanischen Energieproduktion sollten zum Wiederaufbau der maroden Infrastruktur verwendet werden.

Mit seiner Energiepolitik geht der republikanische Kandidat auf Konfrontationskurs zu Clinton und dem zweiten demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders. Beide haben einen Ausbau alternativer Energien im Kampf gegen die globale Erwärmung angekündigt. Trump hatte Mitte Mai einen bekannten "Klimawandelskeptiker" und Frackingbefürworter als Energieberater hinzugezogen.

US-Präsidentschaftswahl - Kohleindustrie stellt sich hinter Trump In West Virginia sind die Kohlearbeiter enttäuscht von der politischen Führung der letzten Jahre und wenden sich Donald Trump zu. Er verspricht, die Kohleminen des Staates wieder zu eröffnen.

Trump und Sanders wollen TV-Debatte

Zuvor hatte Trump gesagt, dass er zu einer TV-Debatte mit Hillary Clintons Konkurrent Bernie Sanders bereit sei. Der hatte eine solche Diskussion vorgeschlagen. Trump sagte, im Gegenzug für seine Teilnahme solle der das TV-Duell veranstaltende Sender eine Millionensumme für einen guten Zweck spenden. Der Gastgeber werde mit der Veranstaltung Millionen verdienen und sollte mindestens zehn Millionen Dollar davon abgeben.

Bernie Sanders, der mit Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten konkurriert, twitterte als Antwort auf Trumps Bereitschaft zu einer Debatte: "Lasst es uns im größtmöglichen Stadion machen."

Vertreter von Fox News und ABC News erklärten, die Sender seien daran interessiert, Gastgeber einer Debatte zwischen Trump und Sanders zu sein. Die Fox-News-Sprecherin sagte, man habe eine solche Veranstaltung bereits im Februar vorgeschlagen. Sanders habe eingewilligt, doch Trump habe einen Rückzieher gemacht.

Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge inzwischen die notwendigen Delegiertenstimmen zusammen, um auf dem republikanischen Parteitag im Juli auf Anhieb zum Kandidaten gewählt zu werden.