Donald Trumps Wirtschaftspolitik würde nach Ansicht von Hillary Clinton zu niedrigeren Löhnen, weniger Jobs und mehr Schulden führen. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin warnte bei einer Konferenz der US-Dienstleistungsgewerkschaft SEIU in Detroit, Trump könnte "Amerika bankrott machen, wie er seine Firmen bankrott gemacht hat". Man müsse sich einmal fragen, wie es jemand schaffen könne, mit einem Kasino Geld zu verlieren, sagte die Favoritin der Demokraten vor Tausenden Zuhörern.

Trump hatte Clinton vorgeworfen, eine von ihm sogenannte Frauenkarte auszuspielen, um Stimmen zu gewinnen. Clinton sagte dazu, wenn ein Kampf für einen höheren Mindestlohn, gleiche Bezahlung und bezahlbare Kinderbetreuung bedeute, eine solche "Frauenkarte" auszuspielen, dann werde sie das gerne tun.

Auch Trumps Forderungen nach der Abschiebung von Millionen illegalen Einwanderern aus den USA und einem Ende der durch Geburt zugesicherten Staatsbürgerschaft seien Unsinn. Dies würde bedeuten, dass "Abschiebungskräfte" in Schulen, Arbeitsplätzen und Häusern einfielen, um "Mütter, Väter, Großeltern – sogar Kinder" zu ergreifen, sagte Clinton. Trump spreche darüber, Kinder aus dem einzigen Land zu vertreiben, das sie kennen, so die Ex-Außenministerin.

Die Gewerkschaft SEIU hatte Clinton bereits im November ihre Unterstützung zugesagt. Clinton versprach den Mitgliedern: "Eure Kämpfe sind meine Kämpfe."

Sanders: Parteitag kann chaotisch werden

Unterdessen sagte der linke Konkurrent von Hillary Clinton, Senator Bernie Sanders, der Nominierungsparteitag der Demokraten Ende Juli könne chaotisch werden. "Demokratie ist nicht immer nett und ruhig und vornehm", sagte Sanders in einem Interview. Seine Anhänger hofften darauf, dass der Parteitag eine Agenda verabschieden werde, die die Bedürfnisse von Arbeiterfamilien sowie von armen und jungen Leuten widerspiegele.

Er werde zwar jegliche Formen von Gewalt verurteilen, sagte der Rivale von Hillary Clinton. Seine Präsidentschaftskampagne habe aber neue Leute in den Auswahlprozess gebracht, die niemals zuvor an einem politischen Parteitag teilgenommen hätten. Er hoffe, dass ihre Stimmen gehört werden, sagte Sanders. Auf die Frage, ob die Versammlung vom 25. bis 28. Juli in Philadelphia chaotisch werden könnte, sagte er: "Na und. Demokratie ist chaotisch." Laut US-Medienberichten haben bereits mehrere Organisationen von Sanders-Unterstützern Demonstrationen bei der Polizei von Philadelphia angemeldet. Hillary Clintons Vorsprung bei den Delegiertenstimmen gilt als uneinholbar.