Aufgrund möglicher Unregelmäßigkeiten bei der knappen Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag hat die österreichische Bundeswahlbehörde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Das Innenministerium hat Unregelmäßigkeiten in vier Kärntner Bezirken bei der Bundespräsidentenstichwahl angezeigt, berichtete die österreichische Zeitung Der Standard. In den Bezirken Villach-Stadt, Villach-Land, Hermagor und Wolfsberg gebe es laut Innenministerium den Verdacht, die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat die Bundeswahlbehörde darüber informiert. In allen vier Bezirken hat Norbert Hofer (FPÖ) die Wahl für sich entschieden.

Die Wahlkarten in den jeweiligen Bezirken seien womöglich zu früh und ohne Zeugen ausgezählt worden. "Der Vorwurf lautet, dass vor dem gesetzlichen Zeitpunkt ausgezählt wurde", sagte auch der Leiter der Wahl-Abteilung im Innenministerium, Robert Stein. Auch in einem Bezirk der Südoststeiermark gäbe es einen ähnlichen Verdachtsfall. Eine Anzeige wurde demnach auch hier eingereicht.

Laut Gesetz dürfen die Kuverts erst am Montag um 9 Uhr und nur von einer Kommission, nicht aber von Einzelpersonen geöffnet werden. Vor einer möglichen Anfechtung der Wahl wolle die Landesspitze der kärnt­ne­rischen FPÖ zunächst jedoch die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft abwarten, berichtet Der Standard weiter. Allerdings endet die Frist für die Anfechtung bereits am 8. Juni.

Nach der Auszählung der regulär abgegebenen Stimmen am Sonntagabend hatte Norbert Hofer noch geführt. Die Briefwahlstimmen drehten schließlich das Ergebnis zugunsten des ehemaligen Grünen-Chefs Alexander Van der Bellen, der mit nur 31.000 Stimmen Vorsprung gewann.