Großbritannien hat abgestimmt: Eine Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, die EU zu verlassen.

Was bedeutet Brexit?

Der Begriff ist eine Wortschöpfung aus Britain und Exit. Er bezeichnet den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Er entstand in Anlehnung an den Grexit – den drohenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone.

Warum ein Referendum?

Weil es David Cameron den Wählern im Wahlkampf 2013 versprochen hatte. Der Premier musste auf den immer größer werdenden Druck konservativer Abgeordneter und auch der eurokritischen Partei Ukip reagieren. Sie hatten kritisiert, dass das britische Volk seit 1973 – dem Jahr des EU-Beitritts – nicht mehr in EU-Entscheidungen eingebunden worden sei.

Wie lautete die Frage?

Auf den Stimmzetteln wurde gefragt, ob das Vereinigte Königreich Mitglied der EU bleiben soll oder nicht: "Should the United Kingdom remain a member of the European Union or leave the European Union?" lautete die Originalfrage.

Wie haben die Wähler abgestimmt?

51,9 Prozent haben für den Brexit gestimmt, 48,1 Prozent votierten für den Verbleib in der EU. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,2 Prozent. Die Abstimmungsergebnisse lesen Sie hier im Detail.

Ist das Ergebnis bindend?

Das Parlament in London muss das Votum der Bürger noch billigen. Theoretisch wäre es also möglich, dass sich die Abgeordneten dem Ergebnis verweigern, in der Praxis ist es aber höchst unwahrscheinlich, dass sie sich dem Willen des Volkes widersetzen.  

Wie geht es nach dem Referendum weiter?

Jetzt wird alles sehr kompliziert. Der EU-Austritt wird das Land in vielen alltäglichen Lebensbereichen nachhaltig verändern, so viel steht fest. Die EU-Kommission wird sich diese Woche auf einem Sondergipfel beraten. Aber wie die Verhandlungen zwischen der EU und den Briten in den kommenden Monaten und Jahren verlaufen werden, das ist noch völlig unklar. Geklärt werden muss etwa, inwiefern bestehende EU-Vorschriften übernommen werden oder ob bestehende EU-Richtlinien weiterhin im Vereinigten Königreich gelten sollen. Die Briten müssten EU-Handelsabkommen neu verhandeln und massiv in Forschung und Entwicklung investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Hochrangige Vertreter der EU haben angekündigt, die Briten dürften bei den Verhandlungen nicht auf Milde hoffen. Das Beispiel Brexit müsse ein Einzelfall bleiben, potenzielle Nachahmer abgeschreckt werden.