Die Stimme der Vernunft ist Präsident Reuven Rivlin. Er besuchte die Verwundeten im Tel Aviver Krankenhaus Ichilov und verwies darauf, dass auch nach einem solchen Attentat harsche Reaktionen allein die notwendige Verständigung mit den Palästinensern niemals näher brächten. 

Noch sind die Motive der Attentäter unklar. Über ihre politische Identität wurde eine Nachrichtensperre verhängt. Bisher hat sich noch keine Organisation zu dem Anschlag bekannt, wenngleich die Hamas und der Islamische Dschihad ihn mit Jubel gefeiert haben. 

Viele Israelis sehen sich als Opfer von Fundamentalisten, denen es nicht um einen Palästinenserstaat geht, sondern um die Vernichtung Israels und das Töten von Juden. Sie sagen, der Terror habe nach dem Osloer Friedensabkommen noch zugenommen. Was sie unterschlagen: Es waren die Gegner des Friedensprozesses, deren Anschläge eine Aussöhnung verhindern sollten. Letztlich mit Erfolg.

Abbas verurteilte den Anschlag

"Wir befinden uns mitten in einer komplexen Zeitspanne", hat Premierminister Netanjahu gesagt. Man werde "entschieden" und auf "intelligente Weise" agieren. Viele Israelis erwarten aber nicht nur Straf- und Sicherheitsmaßnahmen. Sie erwarten ernsthafte politische Schritte auf die moderaten Kräfte der Gegenseite zu.

Denn die gibt es. Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Anschlag in Sarona – zwar mit sehr vagen Worten, aber er hat durch sie Position bezogen, anders als nach all den anderen Attentaten der vergangenen Monate. Das nährt die Gerüchte, dass sich hinter den Kulissen tatsächlich eine Annäherung abzeichnen könnte.