Der britische Rechtspopulist Nigel Farage hat sich von einem zentralen Versprechen der Brexit-Kampagne distanziert. Er könne nicht garantieren, dass wie von den Brexit-Befürwortern angekündigt 350 Millionen Pfund pro Woche statt an die EU nun an das Gesundheitssystem NHS gingen, sagte der Ukip-Politiker kurz nach dem EU-Referendum in der ITV-Sendung Good Morning Britain.

"Das war einer der Fehler, den die Leave-Kampagne gemacht hat", sagte Farage. Er selbst habe damit nicht geworben. "Sie müssen verstehen, dass ich von der Kampagne ausgeschlossen wurde und ich, wie immer, mein eigenes Ding gemacht habe." Farage ist seit Jahren einer der prominentesten Befürworter eines britischen EU-Austritts. 

Während der Kampagne vor dem EU-Referendum hatten die Brexit-Befürworter unter anderem auf großen Bussen damit geworben, dass Großbritannien pro Woche 350 Millionen Pfund an die EU überweise. Nach einem Austritt könne dieses Geld in das Gesundheitssystem NHS investiert werden, behaupteten die EU-Gegner. Faktenchecker der proeuropäischen Organisation InFacts hatten dagegen ausgerechnet, dass Großbritannien etwa 110 Millionen Pfund netto pro Woche zahlt.

Bei dem EU-Referendum am Donnerstag hat das Lager der Befürworter eines Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union mit 51,9 Prozent gesiegt. Daraufhin hatte der britische Premier David Cameron angekündigt, bis Oktober zurückzutreten. Den Antrag auf EU-Austritt soll erst sein Nachfolger stellen.