Über dem Ostchinesischen Meer ist es am Dienstag erneut zu einem Zwischenfall zwischen einem chinesischen Kampfjet und einem amerikanischen Aufklärungsflugzeug gekommen. Das US-Pazifikkommando sprach von einem "unsicheren" Abfangmanöver des chinesischen Piloten. Er sei im internationalen Luftraum mit hoher Geschwindigkeit angeflogen und bis auf 30 Meter an das US-Flugzeug vom Typ RC-135 herangekommen.

Das US-Aufklärungsflugzeug sei auf einem Routineeinsatz gewesen, als zwei chinesische Kampfflieger vom Typ J-10 aufgetaucht seien, berichtete das US-Militär. Einer der beiden abfangenden chinesischen Jets habe sich dem RC-135-Flugzeug übermäßig schnell angenähert, sagte der Sprecher. "Es scheint ein Fall von unzureichender Fliegerkunst zu sein, weil keine anderen provokanten oder unsicheren Manöver vorkamen."

Es handelt sich um den zweiten Zwischenfall dieser Art in nur drei Wochen. Die Machtansprüche Chinas im Ostchinesischen Meer sind ähnlich wie im Südchinesischen Meer umstritten. Dort war es am 17. Mai zu dem nach US-Angaben letzten unsicheren Abfangmanöver mit einem chinesischen Kampfjet gekommen.

China erhebt im Ostchinesischen Meer Ansprüche auf die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln, die unter japanischer Kontrolle stehen.

China hatte bereits Ende 2013 über dem Meeresgebiet eine Luftverteidigungszone verhängt. Ausländische Militärflugzeuge sind damit aufgefordert, sich zu identifizieren und Anweisungen der chinesischen Luftwaffe zu folgen, was die USA und andere Länder aber ablehnen. Ob der jüngste Zwischenfall etwas damit zu tun hat, ist jedoch unklar.