Am Sonntag entscheidet sich in einer Stichwahl, wer Perus nächster Präsident wird. Gegen die umstrittene, in den Umfragen aber führende Kandidatin Keiko Fujimori sind Tausende Menschen in mehreren Städten auf die Straße gegangen. Fujimoris Gegner Pedro Kuczynski sagte seine Teilnahme an dem Protest kurzfristig ab.

Die Demonstranten halten Fujimori für eine Gefahr für die Demokratie. Sie ist die Tochter des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Der heute 77-Jährige hatte das Land in den Jahren 1990 bis 2000 regiert. Seit 2009 verbüßt er wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe. Er spaltet bis heute das Land, seine Tochter ging deshalb im Wahlkampf auf vorsichtige Distanz zu ihm.

Keiko Fujimori hatte die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 10. April klar gewonnen, eine absolute Mehrheit aber verfehlt. Gegen den Zweitplatzierten Pedro Kuczynski, einem ehemaligen Weltbankökonom, tritt sie am Sonntag in einer Stichwahl an. Sie hat versprochen, die Meinung ihrer Kritiker zu widerlegen, indem sie die harten Methoden ihres Vaters nicht wiederbelebt. 

In einer aktuellen Umfrage der peruanischen Lokalzeitung El Comercio führt Fujimori mit 45,9 Prozent der Stimmen vor ihrem Gegner Kuczynski, der aktuell 40,6 Prozent der Wähler hinter sich hätte.