Donald Trump wehrt sich gegen Bemühungen einiger Republikaner, seine Kür zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten der Partei in letzter Minute zu verhindern. Es gebe da "eine Gruppe von Aufständischen", die ihm auf dem Parteitag im kommenden Monat die Delegiertenstimmen streitig machen wolle, klagte Trump am Samstag bei einem Auftritt im Casino Treasure Island in Las Vegas. Dabei handele es sich jedoch nur um "ein paar Typen", die klar besiegt worden seien und jetzt eine kleine Revolte anzetteln wollten.

In seiner Rede deutete er an, dass sein früherer Rivale Jeb Bush und ein nicht näher genannter Republikaner zu der Gegenbewegung gehörten. Beweise legte er nicht vor. Jeb Bush weigert sich bisher Trump zu unterstützen. Auch Ted Cruz, der sich ebenfalls erfolglos um die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten beworben hatte, verweigert dem Unternehmer die Gefolgschaft.

Trump leugnet Widerstand seiner Partei

Trotz seiner offenkundigen Angst vor einer Revolte bezeichnete Trump den Widerstand in den eigenen Reihen als Medien-"Schwindel". Seinem Aufstieg zum voraussichtlichen Kandidaten stehen allerdings etliche hochrangige Republikaner ablehnend gegenüber – auch, aber nicht ausschließlich wegen seiner polternden Rhetorik. Etliche Kongressabgeordnete der Partei haben bereits angekündigt, dem Parteitag im Juli fernzubleiben und Trump nicht zu unterstützen.

Zudem setzen sich mehrere konservative Delegierte und Funktionäre für eine Änderung der Parteistatuten ein, um die Kür eines anderen Kandidaten beim Konvent möglich zu machen. Für dieses Vorhaben rechnen Beobachter jedoch keine Erfolgschancen aus: Die Initiative hat kaum Rückhalt in der Partei, zudem böte sich kein Bewerber als Alternative zu Trump an. Auf letzteren Umstand spielte der Milliardär denn auch in seiner Rede in Las Vegas an.

Parteispenden als Drohmittel

"Wen würden sie wohl nehmen? Ich bezwinge jeden", tönte Trump. Zudem drohte er damit, keine Spenden mehr für die Republikaner zu sammeln und seine Kampagne weitgehend selbst zu finanzieren, sollte sich die Partei nicht hinter ihm scharen. "Es wäre hilfreich, wenn die Republikaner uns ein bisschen helfen könnten", fügte er hinzu. Zuletzt hielt Trump im ganzen Land Spendenevents ab, von denen vor allem das republikanische Nationalkomitee profitiert hat.

Ein Sprecher des Dachverbands der Partei wollte sich zunächst nicht zu Trumps Drohung äußern.