Acht Tage nach dem Massaker von Orlando mit 49 Toten haben die Republikaner und Demokraten im US-Senat ihre gegenseitigen Entwürfe zum Verbot des Waffenkaufs für Terrorverdächtige verhindert. Die vom demokratischen Lager eingereichte und vom US-Justizministerium unterstützte Maßnahme fiel mit nur 47 der 100 Senatorenstimmen durch. Der republikanische Vorstoß, hinter den sich die US-Waffenlobby gestellt hatte, erreichte mit 53 ebenfalls nicht die notwendige Zahl von 60 Ja-Stimmen. Zuvor hatten die Senatoren bereits zwei Maßnahmen zur stärkeren Hintergrundüberprüfung von Waffenkäufern blockiert.

Schärfere Waffengesetze werden in den USA regelmäßig diskutiert, im Parlament fehlt es aber an einer Mehrheit. Die konservativen Republikaner lehnen jegliche Einschränkungen des Rechts auf Waffenbesitz kategorisch ab – in völligem Einklang mit der mächtigen Lobbygruppe National Rifle Association (NRA), die sie in Wahlkämpfen unterstützt.

Nach dem Anschlag von Orlando forderten führende Politiker erneut, Einschränkungen des Waffenrechts einzuführen. Der mutmaßlich islamistische Attentäter Omar Mateen war in den vergangenen Jahren wegen Terrorverdachts von der Bundespolizei FBI beobachtet und auch mehrfach vernommen worden. Dennoch hatte er sich völlig legal das Sturmgewehr und die Handfeuerwaffe kaufen können, mit denen er einen Nachtclub angriff. Bei dem Anschlag starben 50 Menschen, darunter er selbst.