Die venezolanische Opposition hat nach eigenen Angaben eine weitere wichtige Etappe auf dem Weg zu einem Referendum zur Abwahl von Präsident Nicolás Maduro geschafft. Die geforderte Mindestzahl von legitimierten Unterschriften unter einer Petition sei "deutlich überschritten" worden, sagte Vicente Bello, einer der Hauptkoordinatoren der angestrebten Volksabstimmung. Die Wahlbehörden haben nun rund drei Wochen Zeit, das Ergebnis zu prüfen.

Die Opposition hatte in einem ersten Schritt 1,8 Millionen Unterschriften gesammelt, um ein Referendum zur Abwahl des Staatschefs zu fordern. Davon wurden 1,3 Millionen von der Wahlbehörde für gültig erklärt. Anschließend mussten 200.000 Unterzeichner der Petition mit ihrem Fingerabdruck ihre Unterschrift bestätigen, die Frist dafür lief am Freitag ab.

Nach Angaben der Opposition wurden insgesamt 326.000 Fingerabdrücke eingereicht. Werden sie offiziell für gültig erklärt, ist der Weg aber noch nicht zu Ende: Dann muss die Opposition weitere vier Millionen Unterschriften sammeln, um das Referendum durchzusetzen.

Venezuela befindet sich seit dem Verfall des Ölpreises in einer massiven Wirtschaftskrise. Wegen der gravierenden Versorgungsengpässe gab es zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen, bei Protesten wurden mehrere Menschen getötet. Die Opposition macht den sozialistischen Präsidenten für die schwere Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land verantwortlich.

Die USA setzen darauf, dass Venezuelas sozialistische Regierung und die Opposition gemeinsam an einer Überwindung der politischen Krise in ihrem Land arbeiten werden. US-Topdiplomat Tom Shannon sagte nach einem Besuch in dem krisengeplagten südamerikanischen Staat, er hoffe, dass internationale Unterhändler in der Lage sein werden, den Dialog zwischen den beiden verfeindeten politischen Lagern in Venezuela zu erleichtern.