In Italien ist die Nachricht von italienischen Opfern in Dhaka mit Bestürzung aufgenommen worden. Unter den 28 Toten bei der Geiselnahme in einem Restaurant in Bangladeschs Hauptstadt sind auch neun Italiener. Zum Zeitpunkt der Geiselnahme hatten sich laut dem Außenministerium in Rom elf Italiener in dem Restaurant aufgehalten, nur einer habe entkommen können. Das Schicksal eines weiteren Italieners sei noch unklar.

Die Belagerung hatte am Samstagmorgen (Ortszeit) geendet. Einsatzkräfte hatten den Tatort gestürmt und sechs der sieben mutmaßlich islamistischen Terroristen erschossen. Auch zwei Polizisten starben. Die 20 erschossenen Geiseln stammten alle aus dem Ausland. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu dem Anschlag.

Italiens Regierungschef Matteo Renzi sagte: "Unsere Gedanken, unsere Gebete und unsere Tränen einen sich mit den Tränen der Familien in Dhaka, besonders der Familien unserer Landsleute." Italien habe die Pflicht, seine Werte gegen die Terroristen zu verteidigen. Dies sei "der einzige Weg, auf dem wir das Andenken an unsere gefallenen italienischen Mitbrüder ehren können", sagte Renzi. "Italien zieht sich angesichts der Torheiten derer, die unseren Alltag zerstören wollen, nicht zurück."

Papst Franziskus sprach von einem "barbarischen Akt" und der "Beleidigung Gottes und der Menschheit". Er sei "tief betrübt über die sinnlose Gewalt gegen unschuldige Opfer in Dhaka", heißt es in einem Beileidstelegramm, das der Vatikan veröffentlichte.

Die italienische Fußballmannschaft wird bei dem EM-Viertelfinalspiel gegen Deutschland am Abend mit schwarzen Trauerbinden antreten.

Der italienische Koch des betroffenen Restaurants in Dhaka erzählte der Zeitung La Repubblica von dem Anschlag. Eine Gruppe italienischer Freunde habe sein Lokal zur Tatzeit besucht: "Ich denke, sie sind alle tot." Er habe in der Küche gearbeitet, als er Rufe und Schüsse hörte. "Als ich versuchte, nach draußen zu kommen, sah ich, wie ein Typ mit einer automatischen Waffe sich dem Tisch mit den Italienern näherte." Mit Kollegen sei er über das Dach vor den Angreifern geflohen.

Auch Japaner unter den Opfern

Unter den Opfern sind auch sieben Japaner. Das teilte die Regierung in Tokio mit. Ein Japaner sei verletzt gerettet worden, sagte ein Regierungssprecher laut der Nachrichtenagentur Kyodo. Zudem starb ein US-Bürger, teilte das amerikanische Außenministerium mit.

Auch die Bundesregierung verurteilte das Attentat. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, der Anschlag zeige erneut, "dass der islamistische Terrorismus eine weltweite Bedrohung darstellt und sich die internationale Gemeinschaft dem Terror gemeinsam entgegen stellen muss". Die USA boten Bangladesch Hilfe an, die Verantwortlichen der Tat vor Gericht zu bringen.