Nach den Polizistenmorden von Dallas hat US-Präsident Barack Obama an die Einheit der US-Bürger appelliert. "Amerika ist nicht so gespalten, wie manche es dargestellt haben", sagte Obama am Rande des Nato-Gipfeltreffens in Warschau. "Es gibt Kummer, es gibt Wut, es gibt Verwirrung – aber es gibt Einheit."

Der US-Präsident sagte, der "verrückte" Schütze von Dallas stehe nicht stellvertretend für die schwarze Bevölkerung: "Das verrückte Individuum, das die Angriffe von Dallas verübt hat, ist ebenso wenig repräsentativ für Afroamerikaner, wie der Schütze von Charleston repräsentativ für weiße Amerikaner war", sagte Obama. In Charleston hatte ein 21-jähriger Weißer vor einem Jahr in einer Kirche neun Schwarze erschossen.

Ein 25-jähriger Schwarzer, Micah J., hatte am Donnerstag bei einer friedlichen Kundgebung gegen Polizeigewalt im texanischen Dallas fünf Polizisten aus dem Hinterhalt erschossen. Sieben weitere Polizisten und zwei Zivilisten wurden verletzt. Der Schütze wurde schließlich von einem Polizeiroboter mit einem Sprengsatz getötet. Der Mann sympathisierte offenbar mit militanten Schwarzenorganisationen und handelte aus Hass auf weiße Polizisten. Anlass für die Demonstration war der Tod von zwei Afroamerikanern in verschiedenen US-Bundesstaaten binnen 48 Stunden durch Polizeischüsse.

Kritiker werfen weißen Polizisten vor, mit oft unverhältnismäßiger Gewalt gegen schwarze Verdächtige vorzugehen. Die Todesfälle dieser Woche haben die Rassismus-Debatte wieder angefacht.