US-Präsident Barack Obama schließt nicht aus, dass die russische Regierung versucht haben könnte, die amerikanischen Wahlen zu beeinflussen. Russland könnte demnach verantwortlich für den Hackerangriff auf E-Mails der Parteiführung der Demokraten sein. Experten hätten das Datenleck bereits auf Russland zurückgeführt, sagte Obama dem TV-Sender NBC News. Unterdessen berichtete die New York Times, dass ein Verschulden Russlands auch in US-Geheimdienstkreisen für immer wahrscheinlicher gehalten werde. Unklar sei aus Sicht der Geheimdienste allerdings, ob es sich tatsächlich um eine gezielte Aktion zur Beeinflussung der US-Wahl handele.

In der vergangenen Woche waren die E-Mails von der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlicht worden. Sie erwecken den Eindruck, dass das Führungskomitee der Demokraten im Vorwahlkampf der inzwischen zur Präsidentschaftskandidatin nominierten Hillary Clinton von Anfang an den Vorzug vor ihrem Rivalen Bernie Sanders gab. Die eigentlich zu Neutralität angehaltene Parteiführung soll auch gezielt nach Wegen gesucht haben, die Kampagne des Senators aus Vermont zu schwächen.

Am Montag hatte Clintons Team die russische Regierung für das E-Mail-Leck verantwortlich gemacht und angedeutet, Russland wolle damit letztlich die US-Wahl zugunsten ihres republikanischen Kontrahenten Donald Trump beeinflussen. Der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe am Dienstag als "paranoid" zurück, Trump selbst bezeichnete sie als Witz.

Obama sagte im Gespräch mit NBC News, das Motiv für die Verbreitung Tausender E-Mails der Demokratenführung kenne er nicht. Doch habe Trump wiederholt seine Bewunderung für Kremlchef Wladimir Putin kundgetan. Außerdem habe Trump in Russland eine gute Presse. Auf die Frage, ob Russland die E-Mails zur Unterstützung Trumps enthüllt haben könnte, sagte Obama: "Alles ist möglich."