Im US-Vorwahlkampf hat Bernie Sanders nun doch offiziell seine Unterstützung für die demokratische Präsidentschaftskandidatin in spe, Hillary Clinton, erklärt. "Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass sie die nächste Präsidentin der USA wird", sagte Sanders bei einem Auftritt mit Clinton in Portsmouth. Zuvor waren die beiden gemeinsam winkend in die Sporthalle einer örtlichen Highschool eingezogen und hatten sich vor eine große amerikanische Flagge gestellt. "Zusammen sind wir stärker", sagte Clinton.

Der 74-jährige Senator hatte sich während der 14 Monate andauernden Vorwahlen der Demokraten harte Auseinandersetzungen mit ihr geliefert. Auch zuletzt, als schon klar war, dass Clintons Vorsprung uneinholbar sein würde, weigerte er sich, sich auf ihre Seite zu stellen. Getragen von vielen Millionen Anhängern übte Sanders weiter inhaltlichen Druck aus, sodass Clinton und die Partei ihm Zugeständnisse im Wahlprogramm machten. So sind sie jetzt dafür, dass die Bundesstaaten auch gesetzliche Krankenversicherungen anbieten dürfen. In den wochenlangen Verhandlungen hinter den Kulissen hatte Sanders Clinton auch Programmänderungen bei den Studiengebühren und im Gesundheitssystem abgerungen. Lediglich mit seiner Forderung, dass der Senat über das umstrittene pazifische Freihandelsabkommen TTIP abstimmen müsse, setzte sich der Linke nicht durch.


Pflichtbewusst, aber widerwillig

"Ich bin hierhergekommen, um so klar wie möglich zu machen, warum ich Hillary Clinton unterstütze und sie unsere nächste Präsidentin sein muss", sagte Sanders nun in Portsmouth. Die New York Times zitierte Vertraute des linken Politikers, denen zufolge Sanders Clinton nur widerwillig beisteht. Ihm sei jedoch klar, dass nur sie den möglichen Kandidaten der Republikaner, Donald Trump, schlagen könne.

Laut Umfragen wollen 85 Prozent von Sanders' Anhängern Clinton wählen, wenn sie auf dem in zwei Wochen beginnenden Parteitag in Philadelphia, der sogenannten Convention, offiziell zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden sollte.

US-Präsident Barack Obama und die einflussreiche linke Senatorin Elizabeth Warren haben Clinton bereits ihre Unterstützung ausgesprochen. Die Demokraten zeigen sich damit vor ihrem wichtigen Parteitag geschlossener als die Republikaner. Deren Nominierungstreffen findet ab Montag in Cleveland statt, zahlreiche ranghohe Politiker haben aber angekündigt, der Veranstaltung fernbleiben zu wollen. In Cleveland soll Immobilienmilliardär Donald Trump zum Kandidaten der Konservativen für die Präsidentschaftswahl 2017 gekürt werden.