Der frühere Londoner Bürgermeister Boris Johnson hat sich im Rennen um die Nachfolge von Premierminister David Cameron hinter die Kandidatin Andrea Leadsom gestellt. Die Politikerin habe den nötigen Schwung und die Entschlossenheit, die der nächste Regierungschef des Landes benötige, erklärte Johnson.

Der Wortführer der Brexit-Kampagne stellte sich damit hinter eine Kandidatin, die ebenfalls zu den führenden Vertretern des Leave-Lagers gehört. Die derzeitige Energie-Staatssekretärin kündigte bereits an, sie würde bei den Austrittsgesprächen mit der EU hart verhandeln.

Vor ihrer politischen Karriere war Leadsom erfolgreiche Bankerin. Ihre Unterstützer vergleichen sie mit der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Die Rückendeckung durch Johnson dürften ihre Chancen im Kampf um die Nachfolge David Camerons stark erhöhen.

Neben Leadsom hoffen vier weitere Kandidaten darauf, Cameron als Parteichef der Konservativen und damit auch als Regierungschef beerben zu können.  Als aussichtsreichste Kandidatin gilt Innenministerin Theresa May, die vor dem Brexit-Referendum für einen Verbleib der Briten in der EU geworben hatte. Weitere Bewerber sind Justizminister Michael Gove und Ex-Verteidigungsminister Liam Fox – beides Brexit-Hardliner – sowie der walisische Abgeordnete Stephen Crabb aus dem Lager der Brexit-Gegner.

An diesem Dienstag beginnen die britischen Konservativen mit den Abstimmungen über die Nachfolge Camerons. Die Fraktion im Unterhaus wird den ersten von insgesamt drei Wahlgängen durchführen. Jeweils derjenige mit den wenigsten Stimmen scheidet aus dem Bewerberfeld aus. Weitere Wahlgänge folgen am Donnerstag und am 12. Juli. Die dann übrig gebliebenen zwei Kandidaten werden in einer Urabstimmung unter den 150.000 Parteimitgliedern gegeneinander antreten. Der Sieger soll am 9. September bekannt gegeben werden.