Bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten sind vor dem Parteitagsgelände der Republikaner 18 Demonstranten festgenommen worden. Zwei Beamte seien zuvor angegriffen und leicht verletzt worden, teilte Polizeisprecher Michael Butler mit.

Zu den Tumulten kam es, als eine kommunistische Gruppe eine US-Flagge in der Nähe der Quicken Loans Arena anzündete. In der Halle bereiten die Republikaner derzeit die Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps vor. Die Flammen griffen laut Polizei von der Flagge auf Demonstranten über. Carl Dix, ein Vertreter der sogenannten Revolutionary Communist Party, bezeichnete die Aktion als ein "politisches Statement über die Verbrechen des amerikanischen Imperiums". An Amerika sei nichts großartig, sagte er.


Die Protestler wichen trotz Aufforderung von Beamten nicht zurück. Es kam daraufhin zu einem Handgemenge. Polizisten setzten Pfefferspray ein, mehrere Demonstranten wurden in Handschellen abgeführt. Laut dem Twitter-Account der Polizei müssen sich die Demonstranten wegen Beleidigung, Widerstands gegen eine Festnahme und der Weigerung, eine Demonstration aufzulösen, verantworten. Medienvertreter seien nicht festgenommen worden, hätten aber die Situation erschwert, hieß es weiter. Nach wenigen Minuten sei die Situation unter Kontrolle gewesen.

Beobachter sprachen vom turbulentesten Protest seit dem Beginn des viertägigen Parteitags am Montag. In dem Chaos konnten Delegierte und Pressevertreter kurzzeitig nicht in die Tagungshalle gehen. Vor Beginn des viertägigen Parteitags waren umfangreiche Proteste befürchtet worden, bisher blieb die Situation in der Stadt auch durch massive Polizeipräsenz mit mehreren Tausend Beamten und großflächige Absperrungen jedoch weitgehend friedlich.

Vor dem Zwischenfall protestierten Demonstranten gegen die von Trump geplante Einwanderungspolitik. Etwa 100 Teilnehmer der Kundgebung trugen mit Mauersteinen bemalte Laken und bildeten so eine Mauer gegen Trump. Der am Dienstag zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählte Unternehmer findet mit seiner Forderung nach einer Mauer gegen illegale Einwanderung zu Mexiko Zustimmung bei Anhängern – wird dafür von seinen Gegnern aber auch stark kritisiert.

Auch in Los Angeles gab es eine Aktion gegen die Kandidatur Trumps: Auf dem Walk of Fame hat laut Berichten des Fernsehsenders CBS ein Straßenkünstler eine rund 15 Zentimeter hohe Betonmauer um den Stern Trumps gemauert. Die Kunstaktion bestand aus einem Maschendrahtzaun und Schildern mit der Aufschrift: "Draußen bleiben".