US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat den Gouverneur von Indiana, Mike Pence, als seinen Vizekandidaten benannt. Das teilte der Bewerber der republikanischen Partei über Twitter mit.

Pence könnte Trump dabei helfen, innerparteiliche Kritiker doch für sich zu gewinnen. Im Vorwahlkampf hatte der 57-Jährige Trumps Kontrahenten Ted Cruz unterstützt. Neben Pence sollen zuletzt Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, und Newt Gingrich, der frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, auf Trumps Liste gestanden haben.

Pence ist beliebt bei Evangelikalen und Sozialkonservativen. Seine Nominierung gilt als ein Signal an den rechten Block der Republikaner und all jene, die Zweifel an Trumps ideologischer Standfestigkeit haben. Aus seiner Zeit in der Parteiführung ist er gut vernetzt.

Als Gouverneur Indianas führt Pence zudem einen bei den US-Wahlen umkämpften Staat im Rust Belt (Rostgürtel) – einer Region im Nordosten des Landes, die durch die Schwerindustrie und deren Verfall geprägt ist. Er hatte früher mehrfach selbst erwogen, sich um die Kandidatur als US-Präsident zu bewerben.

Eine "extreme Agenda"

Im März setzte Pence in Indiana eines der striktesten Anti-Abtreibungsgesetze des Landes in Kraft. Im Jahr zuvor hatte er ein Gesetz zur Religionsfreiheit unterzeichnet, das es nach Darstellung der Kritiker Geschäften erlaube, Homosexuelle nicht zu bedienen. Pence bestritt damals, sexuelle Minderheiten diskriminieren zu wollen.

Die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, erklärte auf Twitter, Trump und Pence stünden zusammen für eine "extreme Agenda". In einem Statement ihres Wahlkampfmanagers John Podesta hieß es, Trump habe einen "extreme Spaltung stiftenden und extrem unpopulären" Vizekandidaten gewählt.

Am Montag beginnt der Parteitag, auf dem die Republikaner Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten nominieren sollen. Eine Woche später wollen die Demokraten Hillary Clinton zur Kandidatin küren. Wer an der Seite der Ex-Außenministerin bei der Wahl am 8. November antritt, ist noch nicht bekannt.

Trump hatte seine Pressekonferenz ursprünglich bereits für diesen Freitag angekündigt, diese dann aber unter Hinweis auf den Anschlag von Nizza vertagt. Dies nährte Spekulationen, dass er Zweifel an seiner Personalentscheidung bekommen habe. "Nein, absolut nicht", wies Trump solche Vermutungen gegenüber dem Fernsehsender Fox News zurück. Vielmehr halte er eine Pressekonferenz "nach so vielen Toten" wie in der südfranzösischen Stadt für "völlig unangemessen".