In nur 140 Zeichen schafft Trump einen geschickten Dreiklang: Er verpackt eine politische Botschaft mit der ihm üblichen ruppigen Rhetorik, die bei seinen Unterstützern gut ankommt, und spricht negativ über seine Gegner. Das klingt dann zum Beispiel so: "Die verlogene Hillary wird niemals in der Lage sein, mit der Komplexität und der Gefahr von ISIS umzugehen – es wird ewig so weitergehen. Wir brauchen einen Wandel."

Dabei mischt Trump immer wieder Fakten mit Emotionen. "Der dritte Massenanschlag (Massaker) von ISIS in wenigen Tagen. 200 Tote in Bagdad, der schlimmste in vielen Jahren. Wir haben keine Führung, die das stoppen kann." Die Anschläge und die Toten sind Realität, die Verknüpfung mit der Regierung Obama, die den Terror nicht verhindern könne, diskreditiert diese und impliziert, dass solche Anschläge auch in den USA möglich seien, wenn sich nichts ändert. Also: Trump wählen. Ob die Verkürzungen und kausalen Zusammenhänge richtig sind, ist unwichtig. Die Botschaft ist in der Welt.

Als Trump nach der Brexit-Entscheidung nach Schottland reiste, twitterte er: "Gerade in Schottland angekommen. Die Menschen sind wegen der Wahl außer Rand und Band. Sie haben sich ihr Land zurückgeholt, genauso wie wir uns Amerika zurückholen werden. Keine Spielchen!" Ungünstig nur, dass Schottland sich für den Verbleib in der EU ausgesprochen hatte und Sängerin Lily Allen darauf hinwies.

Neben der Vermischung von Fakten mit politischer Botschaft schmäht Trump seine Gegner gern und scheut dabei keine Tiefen. Als Ted Cruz noch im Rennen war, bezeichnete Trump ihn beständig als Lügner und twitterte auch schon mal "Cruz hasst New York", als dort gewählt wurde. Über Jeb Bush hat er sich konstant lustig gemacht und lästerte gar über dessen Kontaktlinsen.

Gar nicht genug Liebe findet Trump wiederum für seine Wähler und Unterstützer. "Trumps persönliche Beteiligung in seinen sozialen Netzwerken schafft eine Verbindung zu den Wählern", schreibt Alan Rosenblatt auf der Seite Social Media Today. "Es fühlt sich sehr viel näher an als der Eindruck, den andere Politiker erwecken, eine Armlänge entfernt zu sein." Die Reichweite, die Trump online erreicht, lasse sich in Wählerstimmen übersetzen, so Rosenblatt, der unter anderem Kurse über Politik und das Internet an der John Hopkins Universität lehrt. Ein Fan nannte Trump einmal den "Ernest Hemingway der 140 Zeichen". Sie hängen an ihm, dem großen Erzähler. Trump übernimmt diese Erzählung gern.

Auch Trumps Instagram-Profil ist eine Mischung aus Familienfotoalbum, Großmaulerei und Häme. Er sucht die Nähe zur Basis und lässt sich schon mal mit Pommes von McDonald’s im Privatjet fotografieren. Botschaft: Ich bin zwar reich, aber immer noch schön nah an der Basis. Einer Basis, die seinen Aufstieg erst möglich gemacht hat. Und der er in regelmäßigen Abständen schreiend auf Twitter verspricht: "MAKE AMERICA GREAT AGAIN! MAKE AMERICA SAFE AGAIN!".  Mehr als 38.000 Anhängern gefällt diese Redundanz, mehr als 16.000 verbreiteten sie.