Die jemenitische Regierung hat den Abbruch der Friedensgespräche mit den Huthi-Rebellen verkündet, nachdem diese die Bildung eines Obersten Rats bekannt gegeben hatten, mit dem sie das Land regieren wollten. "Die Verhandlungen sind komplett beendet", sagte der stellvertretende Direktor des Präsidentenbüros, Abdullah al-Olaimi. Er gehört der Regierungsdelegation bei den Verhandlungen in Kuwait an. Die Rebellen hätten den "Gnadenschuss" abgefeuert, sagte er.

Auch die UN kritisierten das Vorgehen der Rebellen. Der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed sagte, die Gründung des Rats widerspreche dem Friedensprozess und verletze die UN-Resolution 2216. Sie fordert den Rückzug der Huthi-Rebellen auf ihre Positionen vor 2014, die Aufgabe ihrer Waffen und die Übergabe aller staatlichen Institutionen an die international anerkannte Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Den Abbruch der Verhandlungen verkündete Ould Cheikh Ahmed aber nicht.

Die seit April laufenden Friedensgespräche in Kuwait kommen schon seit Wochen nicht mehr voran. Sie sollen einen Ausweg aus dem Anfang 2015 begonnenen Konflikt finden, in dem die Regierungstruppen mit Unterstützung einer Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee kämpfen. Die Rebellen hatten im September 2014 die Hauptstadt Sanaa besetzt und im März 2015 Präsident Hadi zur Flucht ins Ausland gezwungen.

Die Huthi-Rebellen und der Allgemeine Volkskongress von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh hatten am Donnerstag verkündet, mit einem Obersten Rat die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten des Landes leiten zu wollen. Ziel sei es, "die Bemühungen zur Abwehr der Aggression Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten zu bündeln". Dem Rat sollen zehn Mitglieder angehören. Wer diese sind, wurde aber nicht bekannt gegeben.