45 Prozent Zustimmung für Clinton, 48 Prozent für Trump: Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN hat eine Umfrage veröffentlicht, in der die demokratische Bewerberin hinter ihren republikanischen Konkurrenten zurückgefallen ist. Die Erhebung wurde am Montag wenige Stunden vor Beginn des viertägigen Parteitags in Philadelphia bekannt, auf dem Clinton zur Kandidatin für die Präsidentenwahl am 8. November gekürt werden soll.

Die CNN-Umfrage hat eine statistische Fehlertoleranz von 3,5 Prozent. Ein Wert, der also größer ist als der nun vermeintliche 3-Prozentpunkte-Vorsprung Trumps. Die Umfrage wurde nach dem Ende des Parteitags der Republikaner zwischen Freitag und Sonntag erstellt. Dieser lief für Trump alles andere als rund. Mehrfach kam es zu turbulenten Szenen, die die Animositäten zwischen Trump-Anhängern und Gegnern offen zutage treten ließen. Sie belegten, wie gespalten die Republikaner sind.

In der regelmäßig erhobenen CNN-Umfrage ist es das erste Mal, dass Trump in Führung geht. Das Statistikprojekt RealClearPolitics aber, das Durchschnittswerte aus mehreren Umfragen errechnet, sah Trump bereits im Mai für einige Tage vor Clinton.

Der Auftakt des Parteitags der Demokraten wird bereits überschattet von einer neuen E-Mail-Affäre. Die Enthüllungsplattform WikiLeaks stellte E-Mails online, die zeigen sollen, dass Parteivertreter versucht haben, während der Vorwahlen der Demokraten eine Kandidatur von Clintons Kontrahenten zu verhindern, dem selbsternannten Sozialisten Bernie Sanders. Parteichefin Debbie Wasserman Schultz kündigte als Konsequenz ihren Rücktritt an.

Die Demokraten wollen in Philadelphia eigentlich demonstrieren, dass sie nach den erbitterten Vorwahlen geeint mit Clinton in die Präsidentenwahl ziehen. Der linke Parteiflügel dürfte allerdings nach den E-Mail-Enthüllungen zusätzlich verärgert sein. Er reagierte bereits mit Unverständnis auf Clintons Entscheidung, mit Tim Kaine einen eher konservativeren Vertreter für den Posten des Vizepräsidenten aufzustellen. Mit Spannung wird auch Sanders' Auftritt auf dem Parteitag am Abend erwartet.