Die Blauhelme der Vereinten Nationen bleiben noch über ein weiteres Jahr lang in der Zentralafrikanischen Republik (ZAK) stationiert. Am Dienstag verabschiedete der UN-Sicherheitsrat in New York einstimmig eine Resolution, die eine Verlängerung der Mission bis zum 15. November 2017 vorsieht. Demnach wird die Truppe bei ihrer aktuellen Stärke von fast 11.000 Blauhelmen belassen. Ihre Aufgaben sollen vor allem den Schutz von Zivilisten, die Überwachung der Menschenrechte und die sichere Begleitung von Hilfslieferungen für die Bevölkerung umfassen.

Den Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik, Faustin Archange Touadéra, rief der Sicherheitsrat zudem auf, dringend auf Versöhnung zwischen Muslimen und Christen hinzuarbeiten und sein Land zu einen. Zugleich bekräftigte das UN-Gremium seine Unterstützung für den am 30. März vereidigten Staatschef.

Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik begann im Jahr 2013 mit einem Putsch islamischer Séléka-Rebellen, nach dem sich als Gegenkraft die christliche Anti-Balaka-Miliz gebildet hatte. Das Land wurde von religiös motivierten Gräueltaten erschüttert, für die beide Seiten verantwortlich gemacht werden. Der Konflikt in einem der am wenigsten entwickelten Länder Afrikas kostete Tausenden Menschen das Leben. Mehr als eine Million Menschen floh aus ihren Häusern.

Die Wahlen im Frühjahr verliefen zwar friedlich. Doch gibt es weiter Sorge, dass das Land erneut in eine Krise stürzt. Im Januar hatte es schwerwiegende Vorwürfe gegen Blauhelmsoldaten in der ZAK gegeben. Mehrere Kinder hatten ausgesagt, im Jahr 2014 von UN-Soldaten vergewaltigt worden zu sein. Damals waren in dem Land Tausende von ausländischen Soldaten im Einsatz, um in Zentralafrika einen Bürgerkrieg zwischen christlichen und muslimischen Milizen einzudämmen. 120 Blauhelme wurden daraufhin aus dem Land abgezogen.