Mit dem Versprechen massiver Steuererleichterungen will US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump aus den Negativschlagzeilen. In einer Rede vor Unternehmern in Detroit im Bundesstaat Michigan kündigte Trump die Senkung des Unternehmenssteuersatzes von 35 Prozent auf 15 Prozent an. Trump sprach von "der größten Steuerrevolution seit der Reform von US-Präsident Reagan".

Großen US-Konzernen wird immer wieder vorgeworfen, ihre Abgaben durch Tricks in Ländern mit niedrigeren Steuersätzen wie Irland oder Luxemburg zu entrichten. Auch nach Fusionen wird der Firmensitz teilweise in Staaten mit niedrigeren Steuern als in den USA verlegt.

Außerdem kündigte Trump, der für die Republikaner antritt, eine massive Deregulierung an, insbesondere im Energiesektor. Der Kampf von Präsident Barack Obama gegen Kohle sowie seine Umweltauflagen für Konzerne hätten Tausende Menschen Jobs gekostet. Der Strompreis sei in Obamas Amtszeit massiv gestiegen.

Auch Familien versprach der Republikaner finanzielle Erleichterungen. Eltern sollen künftig Ausgaben für die Kinderbetreuung vollständig von der Steuer absetzen können. Zudem sollen sie keine Erbschaftssteuer mehr zahlen müssen.

Trump zeichnete ein düsteres Bild der US-Wirtschaft, wofür er Obama verantwortlich machte. In dessen Amtszeit sei die Arbeitslosigkeit gestiegen, die Armut gewachsen; die Wirtschaftspolitik sei ein "Desaster". Obama habe eine "stumme Nation arbeitsloser Amerikaner" geschaffen.

"Amerikanismus statt Globalismus"

Scharf griff Trump seine Konkurrentin von den Demokraten, Ex-Außenministerin Hillary Clinton, an. Sie unterstütze Steuererhöhungen, plane harte Auflagen, die Unternehmen zum Abwandern zwinge, und sei zudem für internationale Handelsabkommen, die Jobs in den USA vernichteten. Das Credo seiner Regierung werde dagegen lauten "Amerikanismus statt Globalismus".

Trump kündigte massive Investitionen in die Infrastruktur an. Auch die Polizei solle genügend Mittel erhalten, um Recht und Ordnung wiederherzustellen. Die umstrittene Gesundheitsreform von Obama werde er rückgängig machen, kündigte er an.

Trump ging allerdings nicht darauf an, wie er seine Projekte finanzieren will. Zuvor hatte er Obama vorgeworfen, die Staatsschulden verdoppelt zu haben.

Hillary Clinton kritisiere die Pläne ihres Konkurrenten. Seine Vorschläge würden das Land zurück in die Rezession treiben und brächten Wirtschaft und Arbeitsmarkt nur wenig voran, sagte sie. "Seine Steuerpläne würden großen Unternehmen und den wirklich Reichen riesengroße Steuererleichterungen verschaffen." Sie halte nichts von einer Wirtschaftspolitik, die nur dem einen Prozent der reichsten US-Bürger etwas nutzten. Sie wolle vielmehr die Mittelschicht entlasten und dafür die Reichsten höher besteuern.

Clinton will ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen am Donnerstag in einer Rede ausführen. Derzeit führt sie in den Umfragen – mit bis zu zwölf Punkten Vorsprung. Trump hatte in den vergangenen Tagen nach abfälligen Äußerungen über die Familie eines im Irak getöteten muslimischen US-Soldaten massiv Kritik ausgelöst, auch in den eigenen Reihen. Gewählt wird am 8. November.