Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr den Élysée-Palast zurückerobern. "Ich habe mich entschlossen, bei der Präsidentschaftswahl 2017 zu kandidieren", schreibt der konservative Politiker in einem Buch, das nach Angaben aus seinem Umfeld am Mittwoch erscheinen soll.

Sarkozy selbst veröffentlichte auf Twitter das Cover des Buches mit dem Titel Tout pour la France (Alles für Frankreich). "Frankreich verlangt, dass man alles für es tut", heißt es in dem Buch. "Ich habe gespürt, dass ich die Kraft habe, diesen Kampf zu einem so stürmischen Zeitpunkt unserer Geschichte zu führen."

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Sarkozys Umfeld, dass er den Parteivorsitz der konservativen Republikaner noch am Montag niederlegen wolle. Offiziell muss er den Parteivorsitz bis Donnerstag niederlegen, um als Kandidat bei den internen Vorwahlen antreten zu können. Er wird sich zunächst im November Vorwahlen des konservativ-bürgerlichen Lagers stellen müssen. Der Nachfolger an der Parteispitze ist schon so gut wie inthronisiert: Laurent Wauquiez, ehrgeiziger Präsident der neu formierten Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Sarkozy, der bereits zwischen 2007 und 2012 an der Staatsspitze stand, verlor die Wahl 2012 gegen den derzeitigen Präsidenten François Hollande. Die Präsidentschaftswahl findet im April und Mai 2017 statt.

Sarkozy will mit harten Tönen punkten

Sarkozy kämpft mit harten Bandagen für die Rückkehr in den Élysée. Frankreich ist nach einer Serie von Terroranschlägen im Ausnahmezustand. Sarkozy schlägt in der aufgeheizten Stimmung harte Töne an, will damit offensichtlich Punkte machen. "Uns wurde der Krieg erklärt", sagte er kürzlich der Zeitschrift Valeurs actuelles. Frankreich müsse sich unbarmherzig zeigen und dürfe sich nicht in schwer verständlichen Debatten verzetteln, lautet das Credo des gelernten Rechtsanwalts.

Es geht also um Sicherheit und um das schwierige Thema Identität. Nach dem Attentat von Nizza mit 86 Toten und der Ermordung eines Priesters in der Normandie machte Sarkozy im Juli Schlagzeilen mit der Forderung, mutmaßliche Islamisten vorsorglich zu internieren, auch wenn sie sich nicht strafbar gemacht haben. "Man kann nicht 10.000 Menschen ins Gefängnis sperren", lautete die kühle Replik von Staatschef Hollande.

Viel Protest erntete Sarkozy mit dem Vorstoß, in Frankreich geborenen Kindern von Ausländern nicht automatisch die französische Staatsbürgerschaft zu geben. Schon jetzt wird diese üblicherweise erst im Alter von 13 bis 18 Jahren zuerkannt, doch Sarkozy will Anwärtern mit Vorstrafen den französischen Pass verweigern. Die Vorschläge in diesem Zusammenhang seien "unmenschlich, kafkaesk und unnütz", urteilte der Politologe und Historiker Patrick Weil unlängst in der Tageszeitung Le Monde.