Das in einigen Gemeinden Frankreichs ausgesprochene Burkiniverbot am Strand ist nicht  rechtens. Das entschied das oberste französische Verwaltungsgericht in Paris. Die Freiheitsrechte könnten nur bei "erwiesenen Risiken" für die öffentliche Ordnung eingeschränkt werden, urteilten die Richter.

Das Gericht hatte zunächst nur über das Verbot der Gemeinde Villeneuve-Loubet bei Nizza verhandelt, gegen das Menschenrechtsorganisationen geklagt haben. Wie die Zeitung Le Monde berichtet, urteilten die Richter, das Burkiniverbot verstoße gegen fundamentale Freiheitsrechte wie Freizügigkeit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit. In Villeneuve-Loubet ist es Frauen ab sofort wieder erlaubt, in religiöser Kleidung zu baden.

Das Urteil wird auch als Referenz für weitere 30 Gemeinden gesehen, in denen es Frauen verboten worden war, im Ganzkörperanzug baden zu gehen. Gegen die Verbote in diesen Gemeinden wurde aber bisher nicht geklagt.

Die Burkini-Verbote hatten in Frankreich eine erbitterte Debatte ausgelöst. Nach dem islamistischen Anschlag von Nizza mit 86 Toten begründen die Bürgermeister sie mit der angespannten Stimmung in Frankreich: Muslimische Badebekleidung könne als Provokation empfunden werden und zu Störungen der öffentlichen Ordnung führen.

Der Anwalt der französischen Menschenrechtsliga, Patrice Spionosi, sagte nach dem Urteil: "Diese Verordnungen sind nicht rechtmäßig, sie verletzen die Freiheiten und müssen zurückgezogen werden."