Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton setzt in ihrem Wirtschaftsprogramm auf Investitionen und höhere Löhne. Teil ihres Plans sei, die "Kraft des Privatsektors freizusetzen, um mehr Jobs bei höherer Bezahlung zu schaffen", sagte Clinton in ihrer wirtschaftlichen Grundsatzrede in Detroit im US-Bundesstaat Michigan.

Dazu wolle sie eine Infrastrukturbank einrichten, um öffentliche und private Gelder einzusammeln. Sie wolle Straßen und Brücken sanieren und Menschen so Arbeit geben. Höhere Löhne führten außerdem dazu, dass die Menschen durch Ausgaben die Wirtschaft ankurbelten, sagte Clinton.

Außerdem kündigte sie einen Ausbau von Schulen und der Wassersysteme an, einen besseren Zugang zum Breitbandnetz und Investitionen in saubere Energie. "Ein Land wird die Supermacht der sauberen Energie im 21. Jahrhundert sein und Millionen Arbeitsplätze schaffen – wahrscheinlich entweder China, Deutschland oder Amerika. Ich möchte, dass wir es sind", sagte Clinton.

Im Bildungssektor plant Clinton kostenlosen Zugang zum College für Studenten und eine vereinfachte Rückzahlung von Schulden durch Studiengebühren. Sie gab außerdem zu bedenken, dass nicht für jeden Job eine vierjährige Collegeausbildung nötig sei und kündigte Unterstützung für bezahlte praktische Ausbildungen an.

Clinton sprach sich klar gegen das umstrittene transpazifische Handelsabkommen TPP aus, sollte es Arbeitsplätze zerstören und Löhne drücken. "Ich bin jetzt dagegen, ich werde es nach der Wahl bekämpfen, und ich werde es bekämpfen, wenn ich Präsidentin bin", sagte sie. Mit dem Abkommen wollen die USA ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit mit elf weiteren Pazifik-Ländern regeln. Experten sehen im Falle eines Scheiterns von TPP auch größere Gefahren für ein amerikanisch-europäisches Abkommen (TTIP).

Ihr republikanischer Gegenspieler Donald Trump habe in seiner Rede zu seinen wirtschaftlichen Zielen am Montag lediglich von "Versagen, Armut und Verbrechen" gesprochen, kritisierte Clinton. Sein Ansatz sei Angst und nicht Stärke, Angst vor Wettbewerb, sodass sich das Land hinter einer Mauer verstecken müsse. Amerika habe aber keine Angst vor Wettbewerb, sagte Clinton. Trump habe die wirtschaftliche Wiederbelebung in Gemeinden wie Detroit nicht mitbekommen. Zudem habe er keine "glaubwürdigen Lösungen" für die Herausforderungen geboten, denen Amerika gegenüberstehe. 

Zwar sehe sie, dass manche Bürger der Mittelschicht frustriert seien, doch stünden dem Land die besten Zeiten noch bevor. "Es gibt nichts, was Amerika nicht tun kann, wenn wir es zusammen tun", sagte sie.

Trumps Pläne für Steuersenkungen kämen nicht zuletzt seinen eigenen Firmen zugute, kritisierte Clinton. "Er würde einen niedrigeren Satz zahlen als Millionen Mittelschichtfamilien." Von solchen Steuersenkungen würden laut Clinton vor allem große Konzerne, Millionäre und Wall-Street-Manager profitieren. "Donald Trump will Steuersenkungen in Billionenhöhe an Leute wie sich selbst geben", sagte sie. Wenn er wirklich Amerika wieder großartig machen wolle, könne er damit anfangen, großartige Dinge in Amerika zu machen, sagte Clinton und verwies auf die Produktionsstätten von Trumps Firmen in anderen Ländern.