Der Iran hat im jahrzehntelangen Bemühen um ein nationales Intranet für seine Bürger ein "nationales Datennetzwerk" auf den Weg gebracht. Die erste Phase sei nun offiziell eröffnet worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna.

Ziel sei, über das Netz islamische Inhalte zu fördern, unabhängiger vom Internet zu werden und zugleich einen sichereren Datentransfer sowie Schutz vor Cyberattacken zu gewährleisten. Die zweite Phase des Projekts soll im Februar 2017 starten. Der Abschluss werde für August kommenden Jahres angepeilt.

Kritiker befürchten, dass das Netzwerk zu weiteren Einschränkungen der Freiheiten von Nutzern führen könnte. Regierungsvertreter weisen das zurück. Die Regierung hat allerdings erst vor kurzem Hunderte Social-Media-Nutzer ins Visier genommen. Im Mai gingen die Behörden zudem gegen Frauen vor, die über den Fotodienst Instagram modelten.

Internetnutzer im Iran greifen oft über anonyme Web-Proxys oder virtuelle private Netzwerke auf Facebook oder Twitter zu.