Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Miliz haben im Nordirak eine Offensive gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) begonnen. Zuvor waren die Stellungen der Terrormiliz aus der Luft und mit Artillerie beschossen worden. Das berichtet ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters aus der irakischen Ortschaft Wardak etwa 30 Kilometer südöstlich von Mossul. Mit dem Angriff der Peschmerga-Kämpfer soll eine Offensive auf die vom IS besetze Millionenstadt Mossul vorbereitet werden, teilte die kurdische Verwaltung mit.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hatte bereits angekündigt, Mossul noch in diesem Jahr einnehmen zu wollen. Durch die Rückeroberung wäre der IS im Irak faktisch besiegt, sagte al-Abadi. Die irakische Armee bereitet zusammen mit den kurdischen Peschmerga-Einheiten schon länger eine Offensive auf die Metropole vor und baut ihre Stellungen rund um Mossul aus. Im Juli nahmen irakische Regierungstruppen bereits den Flughafen Kajara südlich der Stadt ein. Dort soll der Großteil der Truppen zusammengezogen werden. Die Regierung in Bagdad könnte bis zu 30.000 Soldaten und Kämpfer mobilisieren, um die Stadt zurückzuerobern.

Beim Kampf gegen den IS wird der Irak auch von einer internationalen Koalition unter Führung der USA unterstützt. Deutschland hilft den Peschmerga mit Ausbildern und Waffen.

Mossul ist die wichtigste Stellung für den "Islamischen Staat" im Irak. Sie gilt wie Rakka in Syrien als Hauptsitz der Terrormiliz. Vor zwei Jahren hatten IS-Kämpfer Mossul eingenommen. IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi hatte dort ein sogenanntes Kalifat im Irak und Syrien ausgerufen.

Der IS hatte im Jahr 2014 den Norden und Westen des Iraks überrannt und dabei auch die Millionenstadt Mossul eingenommen. Seitdem haben die Islamisten in dem Land die Hälfte ihrer Gebiete wieder abgeben müssen. In Mossul sollen Tausende IS-Kämpfer leben, ihre Zahl dürfte aber unter 10.000 liegen. Zuletzt gab es Berichte, dass Anführer der Terromiliz IS aus Mossul geflohen sind.   

Auch in Syrien können kurdische Kämpfer Erfolge im Kampf gegen die Extremisten verbuchen. Die Demokratischen Kräfte Syriens (DFS) konnten den IS aus der Stadt Manbidsch vertreiben. Manbidsch war 2014 vom IS eingenommen worden und gilt als strategisch wichtig für die Versorgung von Rakka.