In Island wird als Folge des Skandals um die Steuerflucht-Enthüllungen Panama Papers die Parlamentswahl vorgezogen. Die Parteien einigten sich auf den 29. Oktober als Wahldatum, wie der amtierende Ministerpräsident Sigurður Ingi Jóhannsson sagte. Eigentlich hätte die Wahl erst im kommenden Jahr angestanden.

Jóhannsson hatte das Regierungsamt übernommen, weil der damalige Ministerpräsident Sigmundur Davíð Gunnlaugsson offenbar problematische Finanzgeschäfte machte. Sein Name war in den Panama Papers im Zusammenhang mit Briefkastenfirmen genannt worden. Die Papiere waren aus einer Finanzkanzlei in Panama herausgeschmuggelt worden, die ein internationales Netz zur Steuervermeidung aufgebaut hatte. Die Papiere wertete dann ein internationales Team von Journalisten aus. Infolge der veröffentlichten Berichte war der isländische Premier zurückgetreten

In Island hatten sich im April empörte Bürger zu Großdemonstrationen auf den Straßen von Reykjavik versammelt. Als im Juni Island seinen Präsidenten wählte, gewann dann der politische Quereinsteiger Guðni Jóhannesson. Er hatte sich als Alternative zum Politik-Establishment inszeniert.