Wenige Tage nach dem Abbruch der Friedensgespräche für den Jemen hat die arabische Militärkoalition ihre Luftangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen wieder aufgenommen. Bei den Angriffen wurde auch eine Lebensmittelfabrik getroffen. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben von Abdullah al-Akel, dem Leiter der Kartoffelchipsfabrik, um Arbeiter, die während des Angriffs am Morgen in der Fabrik waren. Er sprach von 16 Toten und zehn Verletzten. Das jemenitische Gesundheitsministerium gab die Zahl der Toten mit 14 und die der Verletzten mit neun an. Das Ministerium steht unter der Kontrolle der schiitischen Huthi-Rebellen, die große Teile der Hauptstadt beherrschen.

Die vergangenen drei Monate waren die Luftangriffe ausgesetzt worden. In der Nacht zum Dienstag flog die Allianz erstmals wieder Angriffe auf die von den Aufständischen gehaltene Stadt Sanaa, am heutigen Dienstag wurden die Attacken verstärkt. Der Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, Ahmed al-Assiri, hatte angegeben, die Angriffe richteten sich allein gegen militärische Ziele nahe der Hauptstadt. 

Tage zuvor waren die Friedensgespräche in Kuwait abgebrochen worden. Die Verhandlungen unter UN-Vermittlung hatten seit ihrer Aufnahme im April kaum Fortschritte gemacht. Koalitionssprecher Al-Assiri sagte, in den vergangenen drei Monaten habe die Koalition eine Feuerpause eingehalten, um die Gespräche nicht zu gefährden. Es sei normal, dass die Angriffe auf die Huthi-Rebellen nun wieder aufgenommen würden.

Dem saudischen General zufolge wurde der Flughafen von Sanaa aufgefordert, den Betrieb einzustellen. Die Militäreinsätze dauerten an und das könne "den Flugbetrieb gefährden", sagte Al-Assiri. Die Sperre sollte für mindestens drei Tage gelten. Ein Flughafensprecher sagte, auf Anordnung Saudi-Arabiens werde der gesamte Komplex für 72 Stunden geschlossen.

Der von den Rebellen kontrollierten Nachrichtenagentur Saba zufolge gab es außer in Sanaa auch Angriffe auf Stellungen in anderen Regionen des Landes. Die Huthi-Rebellen kämpfen in dem Konflikt gegen die Truppen des nach Riad geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Mehr als 6.400 Menschen wurden seit März 2015 getötet, 2,8 Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen.