Paul Manafort, Wahlkampfmanager von Donald Trump, wird laut einem Medienbericht 22-mal in einer Liste schwarzer Konten der prorussischen Partei des ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch genannt. Die New York Times berichtete unter Berufung auf die ukrainische Antikorruptionsbehörde, dass Manafort laut geheimen Dokumenten zwischen 2007 und 2012 insgesamt 12,7 Millionen US-Dollar (rund 11,4 Millionen Euro) gezahlt worden seien. Wofür das Geld war und ob es überhaupt gezahlt wurde, sei unklar.

Das rund 400 Seiten lange, handgeschriebene Register stammt demnach aus der Zentrale der Partei der Regionen des 2014 gestürzten Ex-Präsidenten Janukowitsch. Der Lobbyist Manafort hat US-Medien zufolge als Berater unter anderem für Janukowitsch und den früheren philippinischen Machthaber Ferdinand Marcos gearbeitet.

Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook reagierte mit einer Mitteilung auf den Bericht der New York Times. "Wir haben von weiteren beunruhigenden Verbindungen zwischen Trumps Team und Pro-Kreml-Elementen in der Ukraine erfahren", hieß es. Trump müsse Beziehungen seiner Mitarbeiter und Berater zu Russland offenlegen.

Republican presidential nominee Donald Trump gives a thumbs up as his campaign manager Paul Manafort (C) and daughter Ivanka (R) look on during Trump's walk through at the Republican National Convention in Cleveland, U.S., July 21, 2016. © Rick Wilking/Reuters

Wohlwollende Äußerungen des US-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu Russland sind seit Wochen ein Thema im Wahlkampf. Nach einem Hackerangriff auf den Demokraten-Vorstand, hinter dem die Partei Russland vermutete, rief Trump Moskau dazu auf, nach verschwundenen E-Mails der Kandidatin Hillary Clinton zu suchen. In einem Interview sagte der Milliardär kürzlich, die Menschen auf der Krim würden lieber zu Russland gehören als zur Ukraine.

Manaforts Anwalt Richard A. Hibey sagte der New York Times, sein Mandant habe "derartige Barzahlungen" nicht erhalten. Ein früherer hochrangiger Regierungsbeamter der Ukraine sagte dagegen der Zeitung, dass Manafort genau Bescheid gewusst habe, dass er mit korrupten Geschäftspartnern zu tun hatte. Auch diesen Vorwurf wies Manaforts Anwalt Hibey zurück, es seien "Verdächtigungen und vermutlich stark politisch gefärbte".