Der jahrzehntelange Konflikt auf den Philippinen zwischen der Regierung und maoistischen Rebellen kommt einem Ende näher. Beide Seiten haben nach Friedensgesprächen in Oslo eine Vereinbarung über einen unbefristeten Waffenstillstand unterzeichnet.

Die Rebellen gaben die Vereinbarung in einer gemeinsamen Erklärung mit der Regierungsdelegation bekannt, mit der sie seit Montag in der norwegischen Hauptstadt verhandelt hatten. Norwegen vermittelt seit 2011 in dem Konflikt, in dem in den vergangenen fast 50 Jahren mindestens 40.000 Menschen ums Leben kamen.

Beide Seiten teilten mit, sie hätten wichtige Fortschritte erzielt. "Die gemeinsame Erklärung, die wir unterzeichnen, manifestiert die historische Bedeutung dessen, was wir erreicht haben", sagte José María Sison, der im Exil in den Niederlanden lebende Gründer der Kommunistischen Partei. Die Vereinbarung enthalte einen Zeitplan für Gespräche über politische, wirtschaftliche und verfassungsrechtliche Reformen. "Es gibt einen klaren Plan, die Friedensverhandlungen zu beschleunigen", sagte Sison. Laut dem norwegischen Außenministerium ging es in den Gesprächen auch um die Freilassung von Gefangenen.

Duterte hatte für Ende des Konflikts eingesetzt

Die nächste Verhandlungsrunde soll am 8. Oktober in Oslo beginnen. Unterhändlern zufolge sollen die Friedensgespräche in neun bis zwölf Monaten zu einem Abschluss kommen. Der neue philippinische Präsident Rodrigo Duterte hatte sich für ein Ende des Konflikts eingesetzt. Ende vergangener Woche entließ er die führenden Rebellen Wilma Austria Tiamzon und Benito Tiamzon, die dann zu den Gesprächen nach Oslo reisten.

Der Aufstand der Neuen Volksarmee (NPA), des bewaffneten Arms der Kommunistischen Partei der Philippinen, ist einer der am längsten andauernden Konflikte in Asien. Die Kommunisten kämpfen seit den späten 1960er Jahren für einen kommunistischen Staat in einigen Provinzen des Philippinen-Archipels. Immer wieder gab es Friedensverhandlungen, die aber jedes Mal scheiterten.