Ein türkischer Admiral hat laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu in den USA einen Asylantrag gestellt. Hintergrund ist demnach, dass der Konteradmiral Mustafa Zeki Uğurlu in der Türkei wegen des gescheiterten Militärputsches per Haftbefehl gesucht wird und kürzlich aus den Streitkräften ausgeschlossen wurde. Zuletzt war Uğurlu im Rahmen eines Nato-Austauschs auf dem US-Marinestützpunkt von Norfolk stationiert gewesen.

Seit dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli, bei dem 273 Menschen getötet worden waren, hat die türkische Regierung Tausende Soldaten und Offiziere festgenommen oder entlassen. Rund die Hälfte der Admirale und Generäle musste die Streitkräfte verlassen.

Die Maßnahmen richten sich vor allem gegen mutmaßliche Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen, der in der Türkei ein großes Netzwerk aus Bildungseinrichtungen betreibt und laut der türkischen Regierung hinter dem Putschversuch steht. Der 75-Jährige hat den Umsturzversuch scharf verurteilt und jede Verwicklung bestritten.

Der Asylantrag des türkischen Admirals in den USA dürfte das ohnehin angespannte Verhältnis der Nato-Partner weiter belasten. Für Streit sorgt bereits der Antrag Ankaras auf Auslieferung Gülens, der seit 1999 im Exil im US-Bundesstaat Pennsylvania lebt. Die US-Regierung will dem Antrag nur nachkommen, wenn die Türkei konkrete Beweise für Gülens Verantwortung für den Putschversuch liefert.

Die Regierung in Washington wollte zu dem Fall Uğurlu keinen Kommentar abgeben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, derzeit befänden sich etwa 160 türkische Militärangehörige in den Vereinigten Staaten.