Die UN schicken weitere 4.000 Blauhelmsoldaten in den Südsudan, um die Lage dort zu beruhigen. Der UN-Sicherheitsrat stimmte einer entsprechenden Resolution zu. Die Vetomacht USA hatte sie eingebracht. Die Soldaten sollen die Kämpfe zwischen den Truppen von Präsident Salva Kiir und den Rebellen um Riek Machar beenden.

Der Beschluss enthält ein Waffenembargo für den Fall, dass die Regierung des Landes den Einsatz der UN-Truppen behindert. Der Südsudan hatte dem Schritt kürzlich grundsätzlich zugestimmt.

Die UN werfen den Regierungstruppen im Südsudan vor, seit Anfang Juli ethnisch motivierte Gewalt gegen Angehörige der Volksgruppe der Nuer zu verüben. Mindestens 73 Menschen seien dabei getötet worden. Nuer würden direkt von Regierungstruppen angegriffen und vergewaltigt, Zivilisten gerieten immer wieder in die Schusslinie, sagte UN-Menschenrechtskommissar Seid Raad al-Hussein.  

Truppen von Präsident Salva Kiir, der der Volksgruppe der Dinka angehört, seien am 11. Juli von Haus zu Haus gegangen und hätten mindestens acht Nuer erschossen. Zudem gebe es Berichte, dass Blauhelmsoldaten bedrohten Frauen nicht geholfen hätten, obwohl sie in der Nähe waren. Diese Berichte würden geprüft, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.  

Kiirs Rivale und einstiger Stellvertreter, Riek Machar, ist Nuer. Im Südsudan war infolge eines Machtkampfs zwischen Kiir und Machar ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Dabei starben Zehntausende Menschen, rund 2,5 Millionen sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf der Flucht. Rund 12.000 bewaffnete Blauhelmsoldaten haben in dem afrikanischen Land momentan das Mandat, zum Schutz von Zivilisten ihre Waffen einzusetzen. Im Juli hatten die UN beschlossen, ihre Friedensmission im Südsudan zu verlängern.