Erstmals seit einem Jahr haben Kampfflugzeuge des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Oppositionsangaben zufolge wieder die einstige Rebellen-Hochburg Homs unter Beschuss genommen. Bei mehr als einem Dutzend Luftangriffen auf das letzte von Aufständischen kontrollierte Wohnviertel seien sieben Menschen getötet und Dutzende verletzt worden, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Das Militär habe 18 Angriffe geflogen, sagte ein Arzt, der für eine Freiwilligengruppe arbeitet und seinen Namen nicht nennen wollte.

Laut Angaben von Aktivisten wurden auch drei Kinder getötet. Im Internet veröffentlichte Fotos zeigten Kinder mit Verletzungen, die Aktivisten zufolge von Brandbomben verursacht wurden. Von unabhängiger Seite konnte dies zunächst nicht überprüft werden.

Homs ist die drittgrößte Stadt Syriens und gilt als eines der Zentren des Aufstands gegen Assad. Inzwischen befindet sich nur noch der Stadtteil al-Waer unter Kontrolle der Aufständischen. Er ist seit Monaten abgeschnitten vom Rest der Stadt und wird nur sporadisch mit Hilfsgütern versorgt. In dem Bezirk werden mehrere Tausend Rebellen, aber auch mindestens 50.000 Zivilisten vermutet. Der Stadtrat von Homs rief den UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, auf, eine Waffenruhe für al-Waer auszuhandeln.

Auch in Aleppo griff die syrische Armee Viertel der Aufständischen an. 15 Menschen kamen ums Leben als vermutlich Hubschrauber des Militärs Fassbomben auf eine Trauerfeier in einem Rebellenviertel abwarfen, wie das Beobachtungszentrum mitteilte. Das Aleppo Medienzentrum – eine Gruppe von Aktivisten und Freiwilligen in der Stadt – sprach sogar von 24 Toten.

Die Armee und die russische Luftwaffe sind die Einzigen, die in Aleppo Helikopter einsetzen. Die Regierung bestreitet jedoch, Fassbomben einzusetzen.