Zwei Mörsergeschosse der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind nach Angaben des Nachrichtensenders CNN-Türk in der türkischen Grenzstadt Karkamış eingeschlagen – in einem zu einer Moschee gehörenden Garten. Verletzt wurde offenbar niemand. Die türkische Armee reagierte umgehend mit einem Gegenangriff: 60 Geschosse feuerte sie auf die syrische Ortschaft Dscharablos ab, die direkt gegenüber von Karkamış liegt. 

Bereits am Montag hatte die Türkei Stellungen der Dschihadisten in Dscharablos unter Beschuss genommen. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bereiten zudem Hunderte syrische Rebellenkämpfer einen Angriff vor, um die Kontrolle über die Stadt von der IS-Miliz zurückzuerlangen. 

Die türkische Artillerie feuerte auch wieder auf Positionen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) nahe Manbidsch. Kurdische Kämpfer hatten die Stadt erst in diesem Monat vom IS erobert. Die Türkei verfolgt die Erfolge der Milizionäre gegen den IS allerdings mit Argwohn, weil sie ein Erstarken der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK im eigenen Land befürchtet. Die türkische Regierung betrachtet YPG und IS gleichermaßen als Terrorgruppen.

Die Angriffe der Türkei auf den IS sind auch Folge wiederholter Anschläge in der Türkei: Am Samstag waren bei einer Explosion während einer kurdischen Hochzeitsfeier im südtürkischen Gaziantep mehr als 50 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder. Zunächst gab die türkische Regierung an, ein Kind habe sich inmitten der Hochzeitsgesellschaft in die Luft gesprengt und machte die IS-Miliz für den Anschlag verantwortlich. Am Montag revidierte sie diese Angaben jedoch und teilte mit, das Alter des Attentäters sei noch nicht geklärt.