Bei einer Serie von Bombenexplosionen sind in Thailand mindestens vier Menschen getötet und mehr als 20 Menschen verletzt worden. Den Behörden zufolge sind am Donnerstag und Freitag mehrere Bomben an verschiedenen Orten des Königreichs explodiert. Vier davon detonierten demnach in dem Touristenort Hua Hin, zwei auf der Urlaubsinsel Phuket. Unter den Verletzten sind auch mehrere Urlauber. Die Botschaften mehrerer europäischer Länder haben ihre Bürger dazu aufgefordert, belebte Plätze zu meiden.

"Die Bombenattentate tragen dieselbe Handschrift", sagte Armeegeneral Danai Kritmethavee vor Journalisten. "Wir gehen zurzeit davon aus, dass es sich um eine koordinierte Attacke handelt." Ein Polizeisprecher in der Hauptstadt Bangkok sagte, die Bombenanschläge stünden nicht in Zusammenhang mit international agierenden Terrororganisationen, sondern seien Sabotageaktionen örtlicher Gruppen. Thailands Premierminister Prayuth Chan-o-cha rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.

Am Freitagmorgen (Ortszeit) explodierten in Hua Hin zwei Sprengsätze nahe des Uhrenturms, wodurch nach Behördenangaben ein Mensch getötet wurde. Auch von der Urlauberinsel Phuket wurden am Morgen zwei Bombenexplosionen gemeldet; Informationen zu Opfern gab es von dort zunächst nicht. Der Bangkok Post zufolge explodierten auch zwei Sprengsätze in der Provinz Phang Na.

Im Touristenort Hua Hin waren bereits am Donnerstagabend in einem Kneipenviertel zwei Bomben explodiert. Dabei war nach Polizeiangaben eine Thailänderin getötet worden. 22 Menschen wurden verletzt, wie eine Sprecherin sagte. Unter den Verletzten von Donnerstagabend seien zwei Niederländerinnen und fünf weitere Ausländer. Die deutsche Botschaft stehe in Kontakt mit den thailändischen Behörden, um zu klären, ob deutsche Staatsangehörige betroffen sind, hieß es am Donnerstagabend aus dem Auswärtigen Amt.

Mehrere hundert Kilometer von Hua Hin entfernt explodierte im Süden von Thailand am Freitagmorgen eine weitere Bombe. Die Explosion habe eine städtische Angestellte getötet, teilte der Gouverneur der Provinz Surat Thani, Wongsiri Promchana, mit. Der Sprengsatz sei in einem Blumenbeet vor dem Revier der Küstenpolizei in die Luft gegangen. Zuvor hatte es am Donnerstagnachmittag in einem Einkaufszentrum in der Stadt Trang eine Explosion gegeben. Dabei wurde eine Person getötet, sechs weitere wurden verletzt.

Am Freitag wird in Thailand der 84. Geburtstag von Königin Sirikit gefeiert. Am vergangenen Wochenende stimmten die Thailänder in einem umstrittenen Referendum für eine von der Junta unterstützte neue Verfassung.