Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Bürger seines Landes eindringlich auf den Kampf gegen den Terrorismus eingeschworen. "Kommt, lasst uns dieses Land gemeinsam von der Geißel des Terrors befreien", sagte er unter Applaus seiner Anhänger am Sonntag in der südostanatolischen Stadt Gaziantep. Erdoğan drohte allen gegen sein Land aktiven Terrorgruppen den Kampf bis zu ihrer völligen Zerstörung an. "Wie ein Krebsgeschwür" sollen sie beseitigt werden, sagte er.    

Erneut machte Erdoğan keinen Unterschied zwischen den Terroristen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und anderen Gruppen wie der kurdischen Arbeiterpartei PKK, den kurdischen Milizen in Syrien oder der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen, den die Türkei als Anführer des Putschversuches von Mitte Juli sieht.

In Gaziantep wurde vor einer Woche der bislang schwerste Anschlag in der Türkei in diesem Jahr verübt: 54 Menschen wurden bei einer kurdischen Hochzeit getötet. Die türkischen Behörden vermuten den IS hinter dem Anschlag – aber weder die Terrormiliz noch andere Gruppierungen haben sich bislang zu dem Anschlag bekannt. Direkt nach der Tat hatte Erdoğan gesagt, ein 12- bis 14-jähriges Kind habe den Selbstmordanschlag verübt. Ministerpräsident Binali Yıldırım nahm das zurück und betonte, der Attentäter sei noch nicht identifiziert worden und die Ermittlungen liefen noch.

Erdoğan sagte am Sonntag erneut, ein Kind sei für den Anschlag benutzt worden. Ob er sich dabei auf neue Ermittlungsergebnisse stützte, sagte er nicht. "Der Terror hat ein 14-jähriges Kind als Selbstmordattentäter benutzt und Blut vergossen, Menschen getötet", sagte er. Die Toten könne man nicht zurückbringen, sagte Erdoğan. "Aber für jeden vergossenen Tropfen Blut werden wir Rechenschaft fordern."

Erdoğan äußerte sich zudem zur Wiedereinführung der Todesstrafe. Das Volk sei seit dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli dafür. "Meine Nation will die Todesstrafe", sagte er in Gaziantep. "Das hat die Große Nationalversammlung der Türkei zu entscheiden."