Ukrainische Truppen und prorussische Separatisten verstoßen wiederholt gegen das Waffenstillstandsabkommen in der Ostukraine. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist besorgt über die ihrer Aussage nach festgefahrene Situation. "Es besteht steter Nachschub an Munition und auch Truppen, die rotieren. Und das sehen wir auf beiden Seiten gleichzeitig", sagte der stellvertretende Leiter der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine, Alexander Hug, im RBB-Inforadio. Beide Seiten richteten sich auf weitere Kämpfe ein.

Häufig sei es kaum möglich, Kampfhandlungen zuzuordnen. Die OSZE-Beobachter würden immer wieder an ihrer Arbeit gehindert. Die Kontrolleure würden dabei auch "unter Waffengewalt zurückgehalten oder eingeschüchtert".

Seit Beginn des Konflikts zwischen prorussischen Rebellen und regierungstreuen ukrainischen Einheiten im April 2014 wurden mehr als 9.500 Menschen getötet. Auch wenn bereits mehrfach Waffenruhen vereinbart wurden, dauern die Kämpfe an. In den vergangenen Wochen nahmen sie weiter zu.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) glaubt trotzdem an eine politische Lösung des Ukraine-Konflikts, wie er vor einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow sagte.  "Ich glaube, dass wir den Waffenstillstand in der Ukraine besser und sicherer machen können." Er sehe auch Chancen für politische Fragen wie ein Wahlgesetz und einen Autonomiestatus für die von Russland unterstützten Separatistengebiete Donezk und Luhansk, sagte Steinmeier in Jekaterinburg. Lawrow sagte laut Interfax, sein Land werde den Verpflichtungen aus dem Minsker-Abkommen nachkommen.