Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump strebt im US-Wahlkampf offenbar einen neuen Kurs in der Einwanderungspolitik an. Trumps neue Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway sagte CNN, der Geschäftsmann plane einen "fairen und menschlichen" Ansatz im Umgang mit den Millionen von Menschen ohne Bleiberecht in den USA. Auf die Frage, ob Trump an seinem Vorschlag für eine Art Deportationspolizei festhalte, um Illegale auszuweisen, sagte sie, dies werde noch geprüft. Trump werde seine konkreten Pläne zum Thema Einwanderung in den kommenden Wochen vorstellen. 

In New York deutete Trump offenbar persönlich eine mögliche Kehrtwende in der Einwanderungspolitik an. Bei einem Treffen mit Unterstützern aus der einflussreichen spanischsprachigen Community brachte der Präsidentschaftskandidat nach Angaben eines Teilnehmers eine Aufenthaltsgenehmigung für Millionen Migranten ins Gespräch, die ohne gültige Papiere in den USA leben. Bislang hatte Trump stets die Ausweisung der rund 11 Millionen Illegalen in den USA gefordert und vom Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko gesprochen. Mexikaner beleidigte der Milliardär zudem pauschal als Kriminelle und Vergewaltiger.

Der spanischsprachige TV-Sender Univision zitierte den texanischen Rechtsanwalt Jacob Monty, der an dem Treffen mit konservativen Hispanics teilgenommen hatte. Demnach räumte Trump bei dem Treffen ein, dass es "ein großes Problem" mit den nicht registrierten Einwandern gebe und dass deren Ausweisung "weder möglich noch menschlich" sei. Außerdem habe Trump gesagt, er wolle diesen Illegalen eine Aufenthaltsgenehmigung geben. Dabei solle es sich nicht um die US-Staatsbürgerschaft, aber um einen Titel, der den Migranten die Angst vor einer Ausweisung nehmen solle, berichtete Monty.

Wer führt in den Umfragen?

In den USA wird Anfang November ein neuer Präsident gewählt. In Umfragen liegt Trump derzeit hinter seiner Rivalin Hillary Clinton: Der jüngsten Erhebungen von Reuters und Ipsos nach liegt die Demokratin mit acht Prozentpunkten in Führung.