Ein schlechter Geschäftsmann und ein ungeeigneter Präsidentschaftskandidat allemal: Der US-Milliardär Warren Buffett hat sich bei einem Wahlkampfauftritt mit der Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, über den Immobilienmogul Donald Trump lustig gemacht und ihm mangelnde Befähigung als Geschäftsmann vorgeworfen. Außerdem verdächtigte er ihn dubioser Steuerpraktiken.

Buffett machte sich darüber lustig, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat immer wieder bankrott gegangen sei. "Ich habe wirklich nie einen anderen Geschäftsmann kennengelernt, der mit seinen Pleiten angibt", sagte der 85-Jährige. Zudem setzte sich Buffett kritisch mit Trumps Börsengang im Jahr 1995 auseinander. In den damaligen Zeiten hätte ein Affe, "der einen Pfeil auf die Börsenseite geworfen hätte, im Schnitt 150 Prozent erzielt", spottete Buffett. Doch die Investoren, die damals auf Trumps Hotels und Casinos gesetzt hatten, hätten über die Jahre einen Verlust von 90 Prozent gemacht.

Buffett gehört damit zu einer ganzen Riege von US-Milliardären, die sich im US-Wahlkampf eindeutig für Clinton als Präsidentin aussprechen. Unter ihnen sind Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, der Eigentümer des Basketballclubs Dallas Mavericks, Marc Cuban, und der Medienunternehmer Michael Bloomberg.

Bei dem Auftritt in Omaha im Bundesstaat Nebraska wertete es Buffett auch als verdächtig, dass Trump sich entgegen der Gepflogenheiten weigert, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Er warf Trump vor, Angst vor einer solchen Veröffentlichung zu haben: "Man hat nur Angst, wenn man einen Grund hat, Angst zu haben." Trumps Begründung, er könne die Unterlagen wegen einer laufenden Steuerprüfung nicht publik machen, wurde von Buffett verworfen. "Bei mir läuft auch eine Prüfung", sagte er. Buffett bot Trump an, sich mit ihm zu treffen, dann könnten sie zusammen öffentlich ihre Steuerunterlagen durchgehen.

Buffett kritisierte den Republikaner auch wegen seines Streits mit den muslimischen Eltern eines im Irak getöteten US-Soldaten. "Wie kann man sich nur mit einem Elternpaar anlegen, das einen Sohn verloren hat, und von seinen eigenen Opfern sprechen, weil du ein paar Gebäude gebaut hast?", sagte Buffett.

Khizr Khan, der Vater des 2004 im Irak getöteten Humayun Khan, hatte Trump in einer Rede in der vergangenen Woche beim Parteitag der Demokraten vorgehalten, im Gegensatz zu ihm "nichts und niemanden geopfert" zu haben. Trump konterte daraufhin in einem Fernsehinterview, er habe sehr wohl "eine Menge Opfer" erbracht. Er arbeite sehr, sehr hart und habe Zehntausende Jobs geschaffen.

Obama: "Warum unterstützen Sie Trump noch?"

Mit seinen Anfeindungen gegen die Familie Khan hat Trump auch US-Kriegsveteranen gegen sich aufgebracht. Der einflussreiche Veteranenverband Veterans of Foreign Wars (VFW) erklärte, jetzt sei eine Grenze überschritten. Die Organisation werde es auch in einem Wahljahr "nicht tolerieren", dass Angehörige getöteter Soldaten beschimpft würden, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausübten.

US-Präsident Obama sprach Trump nach dem Vorfall die Eignung für das höchste Staatsamt ab. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus forderte Obama die Republikaner auf, Trump nicht mehr zu unterstützen. Dabei gehe es um mehr als unterschiedliche Ansichten politischer Natur, sagte Obama. Zwar sei er auch 2008 und 2012 mit seinen republikanischen Gegnern nicht einer Meinung gewesen, aber er sei nie der Ansicht gewesen, dass sie für das Präsidentenamt nicht geeignet seien. Trotz des wachsenden Unmuts hat bisher kein Republikaner Trump seine Unterstützung entzogen. Obama sagte, republikanische Politiker hätten wiederholt feststellen müssen, dass Äußerungen Trumps inakzeptabel seien. "Warum unterstützen Sie ihn dann noch?", fragte Obama. Er kritisierte zugleich Behauptungen Trumps über globale Krisen als falsch und bezeichnete ihn als "jämmerlich unvorbereitet", um die USA als Präsident führen zu können. 

Als erstes republikanisches Mitglied des US-Kongresses kündigte Richard Hanna an, bei der Präsidentschaftswahl nicht für Trump, sondern für Clinton zu stimmen. "Unsere Antwort auf die Wut der Öffentlichkeit und die Notwendigkeit, wieder aufzubauen, erfordert komplexe Lösungen, Erfahrung, Wissen und Ausgeglichenheit. Nicht Autoaufkleber-Sprüche, die unsere Enttäuschung, Angst und unseren Hass schüren", sagte der Abgeordnete der Nachrichtenwebsite Syracuse. Hanna hatte nach eigenen Angaben seit Monaten über diesen Schritt nachgedacht. Den Ausschlag gab nach seiner Aussage aber schließlich Trumps Kritik an den Eltern des getöteten US-Soldaten.

Trump ging angesichts der parteiübergreifenden Kritik zum Gegenangriff über und nannte seine demokratische Rivalin Hillary Clinton "den Teufel". Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Columbus im US-Bundesstaat Ohio spekulierte er außerdem darüber, dass es bei der Wahl im November nicht immer mit rechten Dingen zugehen könnte. "Ich fürchte, die Wahl wird manipuliert sein, ich muss ehrlich sein", sagte Trump. Er habe zunehmend davon gehört, dass die Wahl möglicherweise nicht fair ablaufen werde. Trump ging jedoch nicht ins Detail und lieferte keine Beweise für seine Aussage.