Saudi-Arabien hat scharfe Kritik an einem neuen US-Gesetz geübt. Das Gesetz sei ein Grund für große Besorgnis, teilte ein Sprecher des Außenministeriums in Riad am mit. Er rief "den amerikanischen Kongress auf, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den katastrophalen und gefährlichen Folgen" für die Beziehungen der beiden Staaten zu begegnen. Das Gesetz erlaubt es den Opfern und Hinterbliebenen der New Yorker Terroranschläge vom 11. September 2001, Saudi-Arabien auf Entschädigungen zu verklagen.

US-Präsident Barack Obama hatte sein Veto gegen das Gesetz eingelegt. Es sei "schädlich für die nationalen Interessen der USA", hieß es zur Begründung. Andere Staaten könnten das Gesetz als Vorwand nutzen, US-Diplomaten oder Angehörige der Streitkräfte vor Gericht zu bringen. Der US-Kongress überstimmte Obamas Veto trotzdem, auch viele Demokraten in Senat und Repräsentantenhaus stimmten dafür.

Das Gesetz erlaubt Klagen gegen alle Staaten, ist aber vor allem gegen Saudi-Arabien gerichtet. Aus dem erzkonservativen Königreich stammten 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001. Seit den Anschlägen waren immer wieder Vorwürfe laut geworden, Saudi-Arabien hätte die Attentäter unterstützt.