In einem Interview mit dem in den USA bekannten Fernseharzt Dr. Oz hat der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump seinen Gesundheitsbericht veröffentlicht. Trump ließ auch der Washington Post ein Exemplar des Briefes mit Ergebnissen seiner letzten Untersuchung zukommen. Trumps langjähriger Hausarzt, Harold Bornstein, bescheinigt ihm darin eine "hervorragende Gesundheit". Trump selbst sagte während des Interviews: "Ich fühle mich, als wäre ich 30."

Trumps Arzt schrieb in dem Brief, die Leber- und Schilddrüsenwerte des New Yorkers seien "alle im normalen Bereich". In dem Schreiben führt Bornstein auch Trumps Cholesterin-, Triglycerid-, Blutzucker- und Blutdruckwerte auf. Demnach ist Trump 1,90 Meter groß und wiegt 107 Kilogramm. Dem Body-Mass-Index (BMI) zufolge gilt der 70-Jährige damit als übergewichtig. Laut Bornstein nimmt Trump einen Cholesterinsenker und eine geringe Dosis Aspirin. Er konsumiere weder Alkohol noch Tabak.

Wie Bornstein weiter mitteilte, gibt es in Trumps Familie keine Vorbelastungen durch frühzeitige Herzprobleme oder Krebs. Trump sei bislang nur einmal in ein Krankenhaus eingeliefert worden: Als Elfjähriger habe er sich einer Blinddarmoperation unterzogen.

Wer führt in den Umfragen?

Der Gesundheitszustand der US-Präsidentschaftskandidaten ist in den vergangenen Tagen zum Wahlkampfthema geworden. Die demokratische Kandidatin Hillary Clinton hatte bei den Gedenkfeiern für die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York am Sonntag einen Schwächeanfall erlitten. Ihr Team musste daraufhin eingestehen, dass bei ihr bereits am Freitag davor eine Lungenentzündung diagnostiziert worden war.

Trump und die Republikaner haben bereits mehrfach versucht, Clinton eine angegriffene Gesundheit zuzuschreiben. Die zunächst als Schwächeanfall kommunizierte Lungenentzündung nutzte der Konservative, um seine Haltung zu bestärken, wonach Clinton körperlich nicht den Belastungen des Präsidentenamts gewachsen sei. Clintons Ärztin Lisa Bardack erklärte am Mittwoch, die 68-Jährige erhole sich dank Antibiotika und Ruhe gut von der "leichten, nicht ansteckenden Lungenentzündung". Clinton, die drei Tage in ihrem Haus in Chappaqua im Bundesstaat New York verbrachte, "bleibt weiterhin gesund und fit genug, um als Präsidentin" zu dienen, erklärte Bardack. Ihre Werte seien "normal" und sie verfüge über eine "exzellente geistige Gesundheit".

Die Ex-Außenministerin und frühere First Lady, die bislang in den meisten Umfragen deutlich vor Trump lag, verliert unterdessen an Rückhalt. Laut einer Umfrage für den Sender CBS und die New York Times liegt sie derzeit in der Wählergunst mit Trump gleichauf: Demnach kämen bei der Präsidentschaftswahl am 8. November beide auf jeweils rund 42 Prozent.