Donald Trump beschreibt sich selbst als leidenschaftlichen Philanthropen (ardent philanthropist). Ob bei Fernsehshows oder Wahlkampfauftritten, Trump weist gern darauf hin, wie viel Geld er für wohltätige Zwecke spendet. Schon länger gibt es Zweifel an diesen Behauptungen. Nun hat die Washington Post aufgedeckt, dass Trump sogar ein Geschäftsmodell daraus gemacht hat und daran verdient, Geld zu spenden – das Geld anderer Leute. Er lässt andere für seine Versprechen zahlen.

In den USA ist das soziale Netz dünn. Aufgrund dessen haben reiche Menschen eine Art gesellschaftliche Verantwortung, einen Teil ihres Reichtums zu spenden, um anderen zu helfen. Vor allem, wenn sie sehr reich sind. Viele Milliardäre sind in den vergangenen Jahren einer entsprechenden Kampagne beigetreten und haben sogar den größten Teil ihres Vermögens gespendet.

Donald Trump gilt als reich, auch wenn ziemlich umstritten ist, wie viel Geld er wirklich besitzt. Auch er redet oft vom Spenden. Er hat dazu 1987 eine Stiftung gegründet, die Donald J. Trump Foundation. Sie sollte ursprünglich Teile der Einnahmen seines Buches The Art of the Deal zu wohltätigen Zwecken verteilen, später generell der Wohltätigkeit dienen.

Laut Washington Post hat Trump auch bis 2008 Geld an die eigene Stiftung überwiesen, damit die es weitergibt. Seitdem jedoch überwies er der Stiftung nichts mehr. Stattdessen wirbt er bei anderen Geld ein, mit der Bitte, es seiner Stiftung zu spenden. Die es daraufhin – als Spende von Donald Trump – an andere überweist.

Die Post berichtet beispielsweise von Spenden an die Palm Beach Police Foundation. 2009 und 2010 bekam sie von der Trump-Stiftung insgesamt 150.000 Dollar. Sie glaubte, das Geld käme von Trump selbst und verlieh ihm 2010 einen Preis für seine "selbstlose Unterstützung". Dabei hatte er sich das Geld zuvor woanders besorgt.

Er hatte demnach bei der Charles Evans Foundation in New Jersey mit der Begründung um eine Spende gebeten, er sammele für die Polizeistiftung in Palm Beach. Die Charles Evans Foundation überwies der Trump-Stiftung insgesamt 150.000 Dollar. Trump gab das Geld weiter, jedoch ohne zu erwähnen, woher es kam. Er machte daraus seine eigene Spende.

Mieteinnahmen

An der er möglicherweise sogar noch etwas verdiente. Die Post berichtet, die Verleihung des Preises an Trump habe im Mar-a-Lago Club in Palm Beach stattgefunden. Für die Gala hatte die Polizeistiftung die Räume gemietet. Wie hoch die Miete 2010 war, kann die Zeitung nicht beziffern, zitiert aber aus Steuerunterlagen der Polizeistiftung, dass sie 2014 für die gleichen Räume 276.463 Dollar bezahlte. Der Club gehört Donald Trump.

Im Gegensatz zu anderen Reichen in der Politik wie beispielsweise Barack Obama oder Hillary Clinton veröffentlicht Trump auch nicht seine Steuererklärung. Die würde unter anderem zeigen, wie viel er spendet. Das ist alles nicht illegal. Aber es ist auch nicht ganz das, was von reichen Amerikanern erwartet wird.