Kurz vor Ablauf der 48-stündigen Feuerpause für Syrien haben Russland und die USA eine Verlängerung bis Freitag vereinbart. Darauf verständigten sich laut einem Sprecher der US-Regierung die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow. Trotz sporadischer Kämpfe habe die Vereinbarung seit Montag gehalten und die Gewalt in Syrien beträchtlich verringert.

Auch der russische Generalstab teilte mit, Russland rufe die Konfliktparteien zu einer weiteren 48-stündigen Feuerpause auf. US-Ministeriumssprecher Toner sagte, nächstes Etappenziel sei eine siebentägige Feuerpause.

Die in der vergangenen Woche getroffene Vereinbarung sieht vor, dass Russland und die USA ihren Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischen Staates" (IS) koordinieren werden, wenn die Feuerpause sieben Tage lang eingehalten wird. Die Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen war am Freitag unter Vermittlung der beiden Staaten zustande gekommen. Eine offizielle Zusage der Rebellen zur Fortführung der Feuerpause gab es bisher nicht.

Der IS und die Gruppierung Fatah-al-Scham-Front sind von der Feuerpause ausgenommen. Mehrere Rebellengruppen arbeiten bisher eng mit der Fatah-al-Scham-Front zusammen. General Viktor Posnichir vom russischen Generalstab kritisierte, dass die mächtige Ahrar-al-Scham-Miliz die Feuerpause offen ablehnt. Seinen Angaben zufolge wurde die Waffenruhe seit ihrem Beginn von den Rebellen 60 Mal verletzt.

Hoffnung auf Friedensgespräche

Laut UN und der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab es am Mittwoch nur vereinzelt Schusswechsel. Die Hoffnung ist, dass die Waffenruhe eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche ermöglicht, um einen Ausweg aus dem Bürgerkrieg zu finden, in dem seit März 2011 mehr als 300.000 Menschen getötet wurden. Eine im Februar vereinbarte Feuerpause war nach mehreren Wochen gescheitert.

In der seit Monaten heftig umkämpften Großstadt Aleppo wartet die Bevölkerung im von den Rebellen kontrollierten Osten der Stadt weiter auf dringend benötigte Hilfslieferungen. UN-Angaben zufolge stehen 20 Lastwagen mit Lebensmitteln an der türkisch-syrischen Grenze bereit. Sie sollen losgeschickt werden, sobald die syrischen Regierungstruppen eine Sicherheitsgarantie aussprechen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete es als absolut notwendig, umgehend die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit der Konvoi seine Reise nach Aleppo fortsetzen könne.

Die Straße von Castello, die von der türkischen Grenze nach Aleppo führt, wird weiter von der syrischen Armee kontrolliert. Laut dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura nahmen Rebellen die Straße mit Mörsern unter Beschuss. Die Waffenstillstandsvereinbarung sieht vor, dass sie demilitarisiert wird. Zu diesem Zweck richtete die russische Armee einen Beobachtungspunkt auf der Straße ein.